Cybergun / VFC SCAR H Part 1


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    Review Cybergun / VFC SCAR H GBBR Part 1


    0. Ein bisschen Geschwafel vorweg…


    Werte Forengemeinde,


    willkommen zum ersten Teil meines Reviews zur Cybergun / VFC SCAR H GBB. Bevor sich jemand daran stört, warum ich das Review gesplittet habe: Im ersten Teil möchte ich gerne auf die ganz offensichtlichen Gegebenheiten eingehen. Dazu zählen der erste Eindruck und die äußere Verarbeitung der Teile. Vielleicht ist bei dem einen oder anderen dann schon die Entscheidung gefallen.


    Um die Waffe aber abschließend beurteilen zu können, bedarf es einer tieferen Inaugenscheinnahme. Dazu zählen dann ein Schusstest und das komplette Zerlegen der Waffe sowie eine gewisse Langzeiterfahrung. Da beides jedoch seine Zeit dauert und ich die Waffe heute erst bekommen habe, wird der zweite Teil in naher Zukunft folgen.


    Warum VFC? Ich selbst besitze / besaß mehrere Waffen von VFC und bin der Meinung, dass sie in Punkto Verarbeitung und Nähe zum Original fast konkurrenzlos sind.


    Allerdings stand VFC nie wirklich für besonders gute Performance. Insbesondere die Magazine waren eine Katastrophe. Grandiose Repliken, wie das G36 oder die MP5 wurden zu reinen Wallhängern degradiert, da man beide Waffen out oft he box zum Spielen nicht gebrauchen konnte.


    Glaubt man jedoch der Airsoftgemeinde, so hat VFC dazu gelernt. Hierzu zählen neben dem HK417 und dem G28 auch die neueren Generationen des HK416. Zudem hat VFC eine neue und verbesserte Version des G36 angekündigt.


    Das SCAR H wurde etwa zeitgleich von VFC und WE vorgestellt. Wobei WE schon vor Jahren ein SCAR L auf den Markt gebracht hatte. Da ich selbst mal Besitzer des WE SCAR L war, möchte ich den Einen oder anderen Vergleich in diesem Review ziehen.


    Die alles entscheidende Frage ist also VFC oder WE? Und vor allem: hat VFC dazu gelernt? Ich hoffe, dass ich zumindest bei der Entscheidungsfindung mitwirken kann!


    1. Allgemeines


    Das SCAR wurde schon vor einigen Monaten von Sniper.as angekündigt und konnte bereits auf dem Oktoberfest in Pirmasens bestaunt werden. Außerdem war es bereits Hauptdarsteller in einem der berühmten Sniper-Reviews.


    Die Rückmeldungen waren allesamt positiv. Am Freitag war es dann so weit und die Waffe wurde für 498 Euro (120 Euro teurer, als das WE SCAR H) im Shop gelistet. Genauso schnell war sie aber auch wieder vergriffen, sodass ich inzwischen von Glück sprechen kann, dass ich ein Exemplar ergattern konnte.


    Hier die Daten, die Sniper im Shop angibt


    Details:
    • Antriebsart: Gas
    • Energie: 1,5J
    • Farbe: Tan
    • Kaliber: 6mm
    • Material: Metall / ABS
    • Modell: SCAR Serie
    • Waffenart: Sturmgewehr
    • Altersfreigabe: Altersfreigabe 18
    • Magazinkapazität: 30


    Quelle: https://www.sniper-as.de/cyber…b.html?ffRefKey=5Paek3Giu


    1.1 Lieferumfang


    Die Waffe kommt in einem schwarzen Karton, bunt bedruckt und mit allerlei Daten versehen daher. Wer hier den standardmäßigen schwarz-roten, no compromise Karton von VFC erwartet, der täuscht sich. Hersteller und Lizensgeber ist schließlich Cybergun bzw. FN Herstal. Diesem Umstand ist geschuldet, dass auf dem Karton und der Waffe sämtliche Originallogos strahlen.


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    Der Karton ist innen mit einer schwarzen Plastikform ausgebettet. Die Waffe sowie das Magazin sind in Kunststoffbeuteln verpackt. Ergänzend liegen dem Karton eine bebilderte und bunte Bedienungsanleitung sowie ein Speedloader samt passendem Adapter bei.


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    Erfreulicherweise beinhaltet das Magazin ab Werk etwas Gas, um die Dichtungen unter Druck zu halten. Das findet man nicht bei jedem Hersteller!


    1.2 Erster Eindruck


    Der erste Eindruck fällt durchweg positiv aus. Die Waffe ist mit rund 3,2 Kilo solide, kein Klappern, kein Wackeln. Lediglich der Ladehebel macht bei starkem Schütteln ein paar Geräusche. Alles wirkt einfach heavy. Der Name ist also Programm.


    Der Kunststoff sowie das Aluminium wirkten extrem hochwertig. Die Oberfläche des Kunststoffs ist leicht angeraut. Gussgrate oder gar Spalte sind nicht vorhanden bzw. nur in unvermeidbarer Form.


    Das Finish der Waffe ist sehr gut gelungen. Rein von den Bildern würde ich den Farbton als etwas dunkler im Vergleich zum WE SCAR beschreiben.


    Die Lackierung des Aluminium-Uppers wirkt mehr bronzefarben mit einem tiefen Goldstich. Upper, Lower und Schaft haben leicht unterschiedliche Farben. Das Ganze ist schwer mit der Kamera einzufangen. Ich hoffe, dass ich das die Tage bei besseren Lichtverhältnissen schaffe. Der Lack an sich scheint relativ kratzfest zu sein. Das trifft auch für sämtliche Anbau- und Kleinteile zu.


    Zieht man den Ladehebel zurück, fällt sofort auf, dass die Waffe mit einer relativ starken Rückholfeder geliefert wird. Das gefällt und verstärkt einfach den hochwertigen Eindruck.


    Im Vergleich zu meinem WE SCAR L wirkt das SCAR H von VFC wesentlicher massiver, schwerer und stabiler. Auch der Kunststoff fühlt sich wertiger an.


    Gehen wir also nun ins Detail…


    2. Verarbeitung außen


    2.1 Mündungsfeuerdämpfer


    An der Spitze der Waffe prunkt ein etwa 10,5 cm langer, aus Stahl bestehender Mündungsfeuerdämpfer. Entsprechende Schalldämpfer können auf ein im MFD integriertes Gewinde aufgeschraubt werden.


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    Leider ist der MFD dermaßen festgezogen, dass ich ihn bislang nicht entfernen konnte. Unter ihm soll sich allerdings ein 14 mm – Gewinde befinden, sodass die meisten gängigen Flashhider und Schalldämpfer montiert werden können.


    Der MFD sitzt auf einer 35 mm langen Laufverlängerung, welche ebenfalls aus Stahl besteht und sich ebenfalls, zumindest theoretisch, durch andere ersetzten lässt.


    2.2 Gasabnahme / Korn


    Die Gasabnahme besteht aus Aluminium und macht einen hochwertigen Eindruck. Das integrierte klappbare Korn besteht ebenfalls aus Aluminium und lässt sich mit einem speziellen Tool in der Höhe verstellen.


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    Leidglich einzelne Schrauben und Bolzen sowie der Verriegelungsmechanismus bestehen aus Stahl. Ergänzend sei gesagt, dass zum Ein- bzw. Ausklappen des Korn kein Stift gedrückt werden muss, so wie es beim SCAR von WE der Fall war.


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    Von WE abgeschaut wurde hingegen das Versteck für den kleinen Torxschraubenschlüssel, welcher sich unter dem Korn befindet und durch eine Rotationsbewegung nach vorne entfernt werden kann.


    2.3 Frontset / Gehäuse


    Am vorderen Teil des Gehäuses befindet sich zunächst eine aus Aluminium gefertigte Halterung für Trageriemen.


    Das obere Gehäuse ist über die gesamte Länge mit einer 22mm-Picatinnyschiene versehen. Jeweils rechts und links befindet sich 10,5 cm lange Schienen aus Kunststoff und unten eine 17 cm lange aus Aluminium. Die Schienen wirken sehr hochwertig und scheinen wesentlich härter und kratzfester, als die beim WE SCAR zu sein. Das gilt auch für die Kunststoffschienen.


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    Zwischen der unteren Schiene und dem Griffstück sitzt eine Schraube zum verstellen des Hop-Ups… ehhh …sorry, BAX-Systems (dazu mehr im zweiten Teil). Leider kommt es beim Zusammensetzen der Waffe dazu, dass die Schraube am Griffstück entlang kratzt. Bislang jedoch noch ohne Spuren zu hinterlassen.


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    Das Gehäuse ist, wie oben schon beschrieben, in einem dunklen Erdton lackiert, welcher einen leicht bronzefarbenen Einschlag hat. Die Verarbeitung ist extrem hochwertig, das Material scheint etwas härter, als das von WE zu sein.


    2.4 Griffstück


    Das Griffstück der Waffe besteht aus einem hochwertigen Kunststoff und ist mit einem Standard-AR15-Pistolengriff versehen. Die Oberfläche ist leicht angeraut und nicht glatt, wie beim WE SCAR.


    Der Verschlussfanghebel sowie der Magazinauslösehebel bestehen erfreulicherweise aus Stahl. Das gilt auch für die von außen sichtbaren Bolzen der Abzugseinheit.


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    Der Abzug selbst und die Feuerwahlhebel bestehen leider nicht aus Stahl, machen aber dennoch einen hochwertigen Eindruck. Besonders gut gefällt mir hier der SCAR-typische Abzug. Beim WE SCAR L fehlte dieses Detail, ist beim aktuellen H jedoch nachgebessert worden.


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    2.5 Magazin


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    Das Sorgenkind von VFC macht in diesem Falle einen guten Eindruck. Lediglich die Bodenplatte wirkt für meinen Geschmack etwas billig und wackelt leicht. Die Außenhülle besteht leider nicht aus dem gewohnten Stahlblech. Das könnte in Verbindung mit dem Magazinhebel aus Stahl unter Umstände zu Abnutzungen führen.


    Das Magazin ist mit 424 Gramm leichter als gedacht und sitzt sehr stramm im Magazinschacht.


    Der obere Teil des Magazins besteht aus Kunststoff, wirkt aufgeräumt und stabil verarbeitet. Die Magazinlippen sind ebenfalls aus Kunststoff, die höchstens 24 BBs werden einreihig geladen.


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    Im besten Falle sorgt das Material für einen geringeren Cooldown, im schlimmsten Falle zerbröselt irgendwann der Magazinkopf. Zwischen dem hier verwendetem Kunststoff und dem des alten G36-Magazins liegen allerdings Welten, was mich entspannt in die Zukunft schauen lässt.


    Ein- und Auslassventil liegen direkt übereinander.


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    2.6 Schaft


    Auch der Schaft wirkt hochwertig verarbeitet. Die Oberfläche ist analog zum Griffstück leicht angeraut. Bis auf die Halterung für den Trageriemen, welche aus Aluminium besteht, findet sich kaum Metall. Dennoch mache ich mir keine Sorgen, dass hier irgendetwas bricht.


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    Der Schaft lässt sich zur rechten Seite hin einklappen und wird dort an einer Kunststoffnase fixiert. Außerdem kann man die Wangenauflage in drei Positionen einstellen und den Schaft in sechs Positionen ausziehen. Dazu muss lediglich der schwarze Kunststoffknopf am Ende gedrückt werden.


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    Im ausgefahrenen Zustand wackelt die Schulterstütze minimal nach vorne und hinten, das wieder Einfahren ist etwas hakelig.


    Der hintere Teil des Schafts ist mit einer Gummiplatte versehen, welche minimales Spiel hat. Im Vergleich zum WE SCAR L kann man dies aber vernachlässigen. Hier wackelte das gummierte Ende doch erheblich.


    2.7 Kimme


    Auch die Kimme ist durchweg hochwertig verarbeitet, besteht an einigen Stellen aus Stahl und lässt sich hoch bzw. runter klappen. Ebenfalls ist sie durch Drehen an einem Rädchen in der Höhe und seitlich verstellbar.


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    " I'd rather die on my feet, than live my life on my knees! "


    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

    Edited 8 times, last by MRCW: Ergänzungen ().

  • Schönes Review. Da VFC den Ruf hat den es hat, möchte ich wirklich wissen, wieviele Schuss es macht, bis die ersten Probleme auftreten. VFC muss mit kaum einem Modell beweisen, wie schnieke es ausschaut, sondern ob man verlässlich damit aufs Spielfeld ziehen kann. Deshalb interessiert mich persönlich nur ein Langzeittest.
    Sicherlich bricht irgendwann etwas, dennoch stellt sich mir nur die Frage der Qualität der Internals. Ganz egal ob Zink oder Stahl. Da bin ich mal gespannt. Danke soweit erstmal :)


    edit: Für Sammler ist aber die falsche mm Angabe höchst störend und die Ausrede die dafür im Umlauf ist, ist etwas weithergeholt. Selbst mein Scar L von WE hat ordentliche Kaliberangabe.


    mfg

  • Es deutet sich schon etwas an. Am Verschlussende ist bereits eine deutliche Klinke vom Hammer zu erkennen. Das beeinträchtigt zwar (noch) nicht die Funktion, ist aber nach nicht mal 30 Schuss ein Ärgernis. Ich werde das mal beobachten und nachher noch ein Foto machen, wenn ich es noch schaffe.


    Ein erster Schusstest war vollkommen zufriedenstellend. Näheres folgt dann im zweiten Teil ;-)

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    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Edit 17.01.2017, 22:46 Uhr: Die besagten Verschleißerscheinungen treten bereits nach wenigen Schuss auf. So sind auf dem Hammer und dem Ende des Verschlusses deutliche Klinken zu erkennen und zwar an der Stelle, wo beide Teile aufeinander treffen:




    Hier die besagten Bilder. Zudem konnte ich kein weiteres Teil aus Stahl in der Abzugseinheit finden, was bedeutet, dass die Beschreibung von Sniper schlichtweg falsch ist! :bllll:

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    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Na "Einschleifspuren" hat jede GBB. Das darf man auch nicht vergessen ;)


    mfg


    Also mein KWA LM4 hat zwar dei eine oder andere Schleifspur, von Klinken im Material ist aber keine Spur. Geht also auch ohne :pfeif:

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    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Kannst aber nicht Stahl mit Guß Vergleichen. ;)
    Bei der 416 hast du auch schnell Klinken drin, jedoch hat das nach einer Weile den Hammer vernichtet. Ich denke man sollte auf jeden Fall einen Stahl Hammer nachrüsten. Das mit der Federführung finde ich jetzt auch nicht sooo schlimm. War bei der MP5 ja nicht anders und da ist auch nichts passiert. Aber ich vermute stark, dass der Hammer auch wieder brechen wird. (Kann aber auch ewig halten) Beim Verschluss sehe ich keine Probleme.. So eine Klinke hast du sogar bei Ino. Ist aber eben Stahl .

  • Der Hammer scheint mir wesentlich massiver, als der einer AR15. Ich denke also, das wird erstmal halten. Auf Dauer wird man aber nicht drum herum kommen, die Teile zu tauschen. Wenn es denn Nachrüstsätze aus Stahl geben wird... :scare:

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    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Bislang nicht, nein. Das wird aber denke ich kommen. Das VFC SCAR ist schließlich (in der GBB-Version) viel jünger, als die Waffe von WE und basiert auf einem anderen System.

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  • 3. Verarbeitung innen


    Die inneren Werte zählen! Das gilt für VFC mehr, als für jeden anderen Hersteller. Ein Kaufargument für das VFC SCAR H war für mich insbesondere die originalgetreue Abzugsgruppe, welche sich von der der WE SCAR doch erheblich unterscheidet.


    Von den letzten VFC Repliken sind wir auch im Innern viel Stahl gewohnt, ich als Besitzer von KWA und GHK AR15-Modellen sowieso.


    Also, schauen wir uns das Ganze mal an. Ich setzte mal frech voraus, dass jeder weiß, wie die Waffe zerlegt wird. Dazu bedarf es lediglich des Lösens des vorderen Pins am Griffstück. Der sitzt aber so fest, dass man dazu am besten einen Splintaustreiber nutzen sollte. Die weiteren Schritte können dann diversen YouTube-Videos entnommen werden.


    3.1 Abzugseinheit


    Nach all den positiven Eindrücken folgt nun die erste Enttäuschung. Entgegen der Beschreibung von Sniper, ich zitierte: „Die Abzugseinheit sowie die Recoilspring ist aus Stahl gefertigt“ sind längst nicht alle Teile der Abzugseinheit aus Stahl gefertigt.


    So sind z.B. der Hammer und dessen Federführungsstange (!!!) aus vermutlich Zink. Ich ahne Böses! Beim Hammer hätte ich noch ein Auge zudrücken können, die Federführungsstange ist allerdings ein absolutes No-Go! Warum da nicht fünf Cent mehr für eine aus Stahl investiert wurde bleibt mir ein Rätsel.



    Der Rahmen, in dem die Teile sitzen sowie die haltenden Hülsen sind allerdings wieder aus Stahl. Ebenso wie der Ventilhammer, der Verschlussfang und der Magazinlösehebel. Weiter konnte ich in das Griffstück mit meinem Magneten nicht vordringen, es wird aber nachberichtet.


    Edit 17.01.2017, 22:46 Uhr: Endlich habe ich auch die restlichen Teile mit meinem Magneten testen könnten und feststellen müssen, dass kein Teil (bis auf die Hammerfeder und die Hülsen) der Abzugseinheit aus Stahl besteht. Damit ist die Beschreibung von Sniper schlichtweg falsch! :no:


    3.2 Verschluss


    Der Verschluss besteht im Gegensatz zur Variante von WE aus einem Teil. Leider bleibt der Magnet auch hier nicht haften. Mit einem Gewicht von 269 Gramm finde ich das Teil in Relation zu seiner Größe auch nicht sonderlich schwer. Die Verarbeitung ist aber okay, auch wenn die Detailverliebtheit von VFC etwas abgenommen hat.




    Am Verschluss erklärt sich vielleicht auch, warum der Hammer nicht aus Stahl besteht. Dieser gleitet nämlich direkt am Verschluss entlang. Bestünde eines der Teile aus Stahl, käme es vielleicht eher zu Verschleißerscheinungen.


    Das Nozzle besteht aus Kunststoff und gleitet etwas hakelig im Verschluss. Das Problem lässt sich aber mit ein paar Tropfen Silikonöl zumindest etwas verbessern. Erfreulich ist, dass das Nozzle am Ende direkt mit zwei O-Ringen versehen ist und so relativ gut abdichten sollte.





    Außerdem fällt auf, dass wenn man das Nozzle komplett in den Verschluss drückt, dieses durch eine Feder wieder etwas herausgedrückt wird. Das dient vermutlich dazu, das System etwas besser abzudichten. Da hat sich VFC Gedanken gemacht!


    Zum Ladehebel sei gesagt, dass dieser nicht vollständig aus Stahl besteht. Lediglich der Teil, der in den Verschluss gesteckt wird reagiert auf den Magneten. Schlimm finde ich das nicht, da dadurch die Stabilität von nicht beeinträchtigt wird. Es wäre aber ein schönes Detail gewesen! Außerdem lässt sich der Hebel nicht, wie behauptet, auf die andere Seite versetzen!



    3.3 Rückholfeder / Puffer


    Die Rückholfeder sowie die Führungsstange sind aus Stahl gefertigt. Die Feder macht im Vergleich zu anderen Modellen einen recht starken Eindruck, sodass man auch mit einem Stahlverschluss keine Probleme bekommen sollte.



    Im hinteren Teil des Gehäuses befindet sich ein Puffer aus Kunststoff, welcher allerdings einfach ins Gehäuse geschoben und nicht fixiert wird.


    3.4 Sonderfall Zerlegepin


    Jetzt kommt etwas, was mich mehr als enttäuscht hat und bei einer Waffe für rund 500 Euro eigentlich nicht sein kann.


    Wie schon beschrieben, lässt sich der Zerlegepin nur mittels Splinttreiber lösen. Das ist an sich nicht schlimm. Jedoch kann es nicht sein, dass Teile abbrechen, wenn man die Waffe wieder zusammensetzen möchte und den Pin mit einem Gummihammer leicht einarbeitet. Zumal der Pin aus Stahl ist. In diesem Falle es das flache Ende des Pins erwischt.



    Wichtig ist auch, dass man beim Zusammensetzten der Waffe den Verschluss ein Stück nach hinten ziehen sollte, da sich sonst das Griffstück nicht komplett einsetzen lässt. Dadurch könnte der oben beschriebene Schaden am Pin vermieden werden.


    4. Markings


    Ein von vielen Usern vorab kritisiertes Detail sind die nicht ganz korrekt ausgeführten Kaliberangaben auf der Waffe. Denn hier hat man einfach das 7,62x51 durch 6mm ersetzt. Das ist sicherlich unschön, meiner Meinung nach aber nur ein winziges Detail. Die restlichen Herstellerangaben sind identisch und originalgetreu aufgebracht.



    Und wer Patronenaufkleber für GBB-Magazine drucken kann, der kann bestimmt auch Kaliberangaben für SCARs drucken (Wink mit dem Zaunpfahl)! :party:


    Das F sowie die Importeurangaben sind übrigens wieder, wie von Sniper gewohnt, sehr dezent aufgebracht worden.



    5. Fazit


    VFC setzt fort, was sie begonnen haben. Mit dem SCAR H bekommt ihr eine absolut hochwertig verarbeitete und klasse aussehenden Waffe, die stabil ist und, möge man den Videos im Internet glauben, out of the box eine gute Performance liefert.


    Bei den verwendeten Materialen hat VFC dazu gelernt. Abzugsgruppen, die komplett aus Zink bestehen gehören der Vergangenheit an. Zumindest teilweise. Leider ist die Federführungsstange für den Hammer aus Zink. Ein kleines aber ärgerliches Detail, was ich nicht nachvollziehen kann.


    Auch der Zerlegepin ist wirklich keine 500 Euro wert. Das sind Dinge, die einfach nicht sein müssen und die den durchweg positiven Eindruck der Waffe schmälern.


    Inwieweit dies dann Einfluss auf die Haltbarkeit der Waffe nehmen kann, wird sich in Zukunft zeigen. Vielleicht gibt es demnächst entsprechende Teile zum Nachrüsten.


    Nichtsdestotrotz ist das SCAR von VFC um einiges wertiger, als die Version von WE (SCAR L). Den Aufpreis von 120 Euro sehe ich da schon aus gerechtfertigt an, zumal ich persönlich mit einem Preis jenseits der 600 Euro gerechnet habe.


    Wie sich die Waffe technisch entwickelt hat und was sie an Performance tatsächlich liefert, wird sich dann im zweiten Teil zeigen.


    6. Weiterführende Links


    WE SCAR H


    http://www.begadishop.de/catal…nfo.php?products_id=14205


    Review RWA



    Review Sniper AS


    " I'd rather die on my feet, than live my life on my knees! "


    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Nun, da ich mich inzwischen ein paar Stunden mit der Waffe auseinandergesetzt und das Eine oder andere Detail entdeckt habe, was sicherlich interessant ist, habe ich mich heute entschieden das SCAR mal komplett zu zerlegen und zu begutachten.


    Daher wird vor dem Schusstest noch ein weiterer Teil eingeschoben.


    Vorweg sei gesagt, nach zahlreichen Enttäuschungen vom Vortag, bin ich nun doch positiv überrascht. Die Waffe ist vielleicht doch durchdachter und robuster, als zunächst angenommen. Los geht’s…


    1. Die inneren Werte zählen… die Zweite


    Zur Orientierung hier nochmal die einzelnen Baugruppen, quasi das Field-Strip, was ohne Werkzeug möglich ist.



    Um die Waffe komplett zu zerlegen werden Imbusschlüssel, Splinttreiber, ein Gummihammer, Schraubendreher und das Tool benötigt, welches sich vorne im Gasblock befindet.


    1.1 Der Verschluss und Hammer


    Nachdem der Verschluss gestern eher ein negativen Eindruck hinterlassen und ich schon die ersten Euros für einen Stahlersatz beiseitegelegt hatte, fiel mir dann heute auf, dass VFC sich anscheinend doch Gedanken gemacht hat.


    So wurde die Ecke, die bei leerem Magazin auf den Stahl-Verschlussfanghebel trifft mit einem kleinen Stahlblock verstärk. Dieser ist mir einer Schraube fixiert und kann also auch ausgetauscht werden. Inwieweit die Schraube stabil und vor allem dauerhaft in dem weichen Metall des Verschlusses hält wird sich dann irgendwann zeigen.



    Zudem befindet sich auch am Ende des Verschlusses eine runde, verschraubte Stahlscheibe, welche wohl dem Verschleiß vorbeugen soll, der durch das Spannen des Hammers entsteht. Ich verweise dazu auf die Bilder von gestern.



    Der Hammer, welcher ebenfalls aus Zink besteht, ist mit einer Dicke von 7mm und einer Breite von rund 20mm mehr als robust. Kann aber auch, wenn es denn so kommen sollte, bedenkenlos durch ein Stahlteil ersetzt werden, da der Verschluss ja entsprechend verstärkt ist.


    1.2 Das Zerlegen im Detail


    Um die Waffe nun weiter zu zerlegen muss man zunächst das Tool aus dem Gasblock bergen. Wer ein WE SCAR besitzt, der ist hier klar im Vorteil, da sich das Zerlegen analog gestaltet.


    An der Seite befinden sich zwei „Kunststoffschiffchen“, welche die Patronenkammer bzw. die Hop-Up-Einheit von außen fixieren. Hier befinden sich jeweils drei Schrauben (2x Torx und 1x Innensechskant). Es müssen lediglich die beiden Torxschrauben entfernt werden. Hier kommt das mitgelieferte Tool zum Einsatz. Anders als bei WE sind die Schrauben nicht federgelagert und können so einfach entnommen werden.




    Hat man alle vier Schrauben entfernt, folgen die beiden großen Schrauben, welche die untere Schiene fixieren. Die hintere ist ebenfalls mit der Hop-Up-Einheit verbunden.



    Um diese jedoch entnehmen zu können, muss auch der Außenlauf entfernt werden. Dazu am vorderen Teil der Waffe die beiden Torxschrauben lösen, welche sich ganz vorne an den seitlichen Kunststoffschienen befinden. Die Schrauben wiederum halten eine Aluminiumbrücke, welche wiederum den Außenlauf fixiert. Diese sitzt sehr stramm und muss nach vorne hin herausgezogen werden.




    Die vordere Schraube der unteren Schiene ist ebenfalls mit dem Lauf bzw. der Aluminiumbrücke verbunden. Es entsteht in der Gesamtheit also eine mehr als stabile Einheit.


    Die Schrauben bestehen soweit alle aus Stahl, alle anderen Teile aber leider aus Aluminium oder Zink. Auch der massive Außenlauf besteht aus Aluminium und ist sehr kratzempfindlich.


    Die beiden seitlichen Schienen werden mit Kontermuttern gehalten, was mir positiv aufgefallen ist.




    Sind alle Schritte abgeschlossen, kann der Außenlauf samt Hop-Up-Einheit nach unten aus der Waffe entnommen werden. Da der Außenlauf noch mit einer Schraube an der HU-Kammer befestigt ist, muss diese zunächst gelöst werden, bevor der Außenlauf vom Innenlauf und der HU-Kammer getrennt werden kann.




    1.3 Hop-Up


    Cybergun wirbt damit, dass in dem SCAR H ein BAX-System und kein klassisches Hop-Up Verwendung findet. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass beim BAX-System zwei kleine Nubs auf die BB wirken.


    Dies soll bezwecken, dass die BB stabiler gehalten und der Drall gleichmäßig erzeugt wirkt. Die BB soll also nicht nach links oder rechts ausbrechen, was passieren kann, wenn ein einzelnes Nub schräg sitzt.


    Im Video-Review von Sniper wird ebenfalls kurz auf das BAX-System eingegangen.


    Die HU-Einheit macht einen äußerst stabilen Eindruck. Zwar wurde hier wieder Zink verwendet, allerdings wirkt alles sehr massiv.



    Die eigentliche HU-Einheit ist in einen Zinkblock eingelassen. Entfernt man die Schraube, die man im zusammengesetzten Zustand zum Verstellen des HU benutzt, kann man den Block abziehen.



    Die Verstellschraube ist mit einer Zange verbunden, welche je nach Einstellung fester oder leichter auf den HU-Gummi drückt. Die Einstellung geschieht stufenlos und sehr präzise. Die Einstellschraube ist mit einem kleinen O-Ring versehen.





    Auch hier macht das System einen insgesamt stabileren Eindruck, als beispielsweise der kleine Arm und der Kunststoffring beim WE SCAR.


    Bei dem Lauf handelt es sich übrigens um einen ca. 320mm langen Messinglauf. Nichts besonderes, tut aber was er soll.


    Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrte Reihenfolge.

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    Ich gebe zu: Ich bin ein Stahlfetischist #Sabber:

  • Quote from "MRCW310"

    Zwischen der unteren Schiene und dem Griffstück sitzt eine Schraube zum verstellen des Hop-Ups… ehhh …sorry, BAX-Systems (dazu mehr im zweiten Teil)


    Kannst du hier noch einmal drauf eingehen? Ist das jetzt ein echtes BAX mit zwei separaten Noppen oder nur wieder das übliche HopUp mit Schlitz?

  • Ich habe mal versucht, das abzulichten. Für mich sieht es wie ein normales HU-Gummi aus, also ohne die Flügel links und rechts. Das kann ich aber erst sagen, wenn ich die Kammer komplett zerlegt habe. Bislang denke ich mir noch: don't change a running system :good:


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  • Sieht mir aus wie das Gummi aus der HK416 Gen IV!
    Bei dem Gummi wird eine große Fläche gedrückt und stellt so ein Flat-/R-Hop nach, und wird mit einem konkaven Nub ähnlich des Mapleleaf Omega gedrückt.


    Glaube hatte dieses Gummi mal im 416 oder 417 Thread gezeigt, kann aber mal schauen ob ich noch Fotos habe.
    Einzige Problem bei dem Gummi, es ist sehr hart, schätze dürfte ein 75 oder 80iger sein.
    Schwere BB's sollten hier ohne Probleme genutzt werden können.

    Biete euch:
    VFC HK417 Springset aus 140% Recoilfeder + 130% Hammerfeder
    VFC HK416 A5 Laufstabilisator

  • Also, mit 0,28 g BBs kann ich mich über die Präzision nicht beschweren. Die Vorteile vom BAX sind ja eh umstritten. Sollte aber trotzdem drin sein, was drauf steht...

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