Review from the past: Tanaka Luger P-08 GBB

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Kaliber: 6 mm BB
Gewicht: 520 Gramm
Magazin 12 Schuß
Energie: 0,5 Joule (bis 1,3 möglich)
Hop-Up: verstellbar
BlowBack: ja
Preis: 209 Euro bei Sniper-Airguns


Die Testwaffe wurde mir freundlicherweise von der Firma Sniper-Airguns zur Verfügung gestellt.

Vorwort

Die Luger "Parabellum" ist ja nun ein echter Klassiker, da muß man mich nicht lange bitten, die zu testen. Zumal sie durchaus auch auf meiner Wunschliste steht. Und dann ist sie ja noch von Tanaka - meine bevorzugte Marke! Ein solches Review schreibt man doch gerne. Der einzige Nachteil: ich muß sie wieder zurückgeben...

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Erster Eindruck

Wie immer bei Tanaka - erstklassig! Die Verarbeitung ist tadellos, nicht klappert, alle Details stimmen. Das Finish ist gebläutem Stahl nachempfunden und wirkt sehr realistisch. Die Farbe schimmert zwischen blau, lila und schwarz, vergleichbar einem Ölfleck. Gußgraten oder Verarbeitungsfehler konnte ich keine entdecken.
Die Verpackung ist Tanaka-typisch eine Styroporbox mit einem Pappdeckel. Die abgebildete P08 ist allerdings eine Variante mit Holzgriffschalen. Der Lieferumfang ist der übliche, mit japanischer Anleitung, Kugeln, zwei Inbusschlüsseln und einem Speedloader. Zusätzlich gibt es hier aber noch das "Luger-Tool", daß zum Zerlegen der Waffe benötigt wird. Die Geschichte, daß man sich bei Tanaka offenbar vermessen hat, ist schon legendär. Das Tool hat nur ungefähr die [URL=http://arniesairsoft.co.uk/?filnavn=/reviews/luger_p08/luger_review.htm]halbe Größe wie das Original...

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Genauere Untersuchung

Jede Waffe ist mit einer "Seriennummer" versehen, die sich aber nur bei den einzelnen Modellen unterscheidet, nicht bei jeder einzelnen Waffe. So hat die Luger im Review bei Winterborn eine andere Nummer als meine. Der Einfachheit halber vergibt Tanaka aber nur Nummern im Format xx15, wodurch sich Teile, bei denen nur die letzten beiden Ziffern eingestanzt sind, für alle Waffen verwendet werden können. Die vierstellige Nummer findet sich nur auf "Schlitten" und Griffstück.

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Die Herstellerstempelung entspricht hier einer frühen Mauserproduktion von 1934, erkennbar am "K" auf der Patronenkammer und der Stempelung "S/42" auf dem Verschluß. Das gleiche gilt für die Beschußzeichen ("B|90", "S|91" und stilisierter Adler). (http://www.lugerforum.com)
Das "F" und die Importeurskennung sind auf der rechten Seite in den Schlitten graviert. Dabei muß ich sagen, daß die Stelle auf dem Griffstück gut gewählt ist. Die silbrige Farbe ist zwar etwas auffällig, das ließe sich aber mit einem Permanentmarker gut beheben. Rechtlich wäre das auch kein Problem, solange die Markings noch lesbar sind.

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Die Funktionsweise des Verschlußes ist natürlich die Besonderheit dieser Pistole. Nach der Schußabgabe gleiten Lauf und Verschluß einige Millimeter zurück, bis das Kniegelenk auf die Steuerkurve triff. Nun wird das Kniegelenk geöffnet und bei der echten Waffe die leere Hülse ausgeworfen. Der Verschluß erreicht dann die hinterste Position und wird von der Schließfeder wieder nach vorne bewegt. Dabei wird dann der nächste Schuß geladen. Dadurch, daß sich alle Teile entlang der Längsachse bewegen und nicht abknicken wie bei anderen Pistolen, ist die Eigenpräzision der P-08 extrem hoch.
Funktionsweise Kniegelenkverschluß

Eine weitere Besonderheit betrifft das Magazin. Um es zu entnehmen, muß man den Verschluß leicht anheben. Noch schwieriger wird es, wenn man ein leeres Magazin in die Waffe stecken will. Dann muß man den Verschluß anheben, bis das Schlagstück fast gespannt ist. Ansonsten blockiert das Nozzle das Magazin.

Die frühen Modelle von 1904 und 1906 hatten noch eine Griffsicherung, ähnlich dem Colt 1911. Die P08 dagegen hat nur noch eine normale Sicherung am "Schlitten". Diese liegt griffgünstig auf der linken Seite. Im gesicherten Zustand wird ein eingraviertes "gesichert" sichtbar.

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Alle Bedienelemente der Pistole sind aus Metall gefertigt, also Abzug, Sicherung, Laufverriegelung und Magazinknopf. Dazu dann noch der komplette Kniegelenkverschluß, der Magazinboden, die Fangschnuröse und die Deckplatte.

Zum Zerlegen muß zunächst die Verriegelung unter dem Lauf geöffnet werden. Bei meiner Testwaffe ging das relativ schwer, aber mit etwas Nachdruck schwenkte der Hebel auf. Danach kann man die Deckplatte herausziehen und den Lauf samt "Schlitten" nach vorne abziehen. Mehr ist für eine Grundreinigung auch nicht nötig, obwohl in der Anleitung noch weitere Schritte beschrieben sind, wie auch der Verschlußmechanismus zerlegt werden kann.
Um das Hop-Up einstellen zu können, muß die Waffe ebenfalls zerlegt werden, weil sich die Stellschraube unter dem Lauf befindet.

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Schußtest

Abgesehen vom etwas umständlichen Umgang beim Magazinwechsel gibt es hier keine Unterschiede zu anderen GBBs. Das Einfüllventil liegt offen auf der Unterseite. Das Auslassventil kann notfalls auch von Hand betätigt werden, wenn man Gas ablassen muß. Die Öffnung für die Kugeln ist extrem eng, hier geht das Befüllen mit dem Speedloader deutlich leichter. Mehr als 12 Kugeln bekommt man aber nicht hineingequetscht.
Da es sich um eine japanische GBB handelt, habe ich sie nur mit HFC134a getestet. Abbey Ultra funktioniert ebenfalls noch. Nach meinen schlechten Erfahrungen damit bei der Tanaka USP, habe ich aber auf einen längeren Test damit verzichtet. Zumal ich mir eine solche Pistole nicht gerade wegen der Höchstleistung kaufen würde.

Das erste, woran man sich erst einmal gewöhnen muß, ist der Verschluß. Auch wenn man weiß, daß diese Waffe einen Kniegelenkverschluß hat, wird man beim ersten Schuß doch überrascht. Plötzlich ist da ein schwarzer Block mitten in der Visierlinie!
Aber so schnell wie er auftaucht, ist er auch wieder weg. Es sei denn, das Magazin ist leer.

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Auf 6 Meter ist die Genauigkeit recht hoch, sobald man sich auf die etwas ungewohnte Handlage umgestellt hat. Der Griffwinkel ist nun extrem flach. Auf 3 Meter lagen ein paar Kugeln fast Loch in Loch. Wenn man bedenkt, daß die Pistole noch immer nicht ganz frei von Silikonöl sein dürfte, nimmt die Präzision mit der Zeit sogar noch zu. Einen Schlittenfanghebel gibt es nicht, nach dem Magazinwechsel muß man den Verschluß kurz zurückziehen und loslassen. Das lädt dann auch direkt die erste Kugel.

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Spieltauglichkeit

Auch bei dieser Pistole, gilt das, was ich für alle Tanakas sagen würde. Sie ist bedingt spieltauglich für kurze Entfernungen, wenn man eine so teuere Waffe einsetzen will. Und mit den Einschränkungen beim Magazinwechsel leben kann.

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Fazit

Eine tolle Replik für alle Sammler von WK1 und 2 Waffen. Wie immer bei Tanaka, sind alle Details exakt ausgeführt und die ganze Waffe von hoher Qualität. Die Schußleistung ist für eine japanische GBB völlig in Ordnung, durch das besondere Verschlußprinzip sogar etwas präziser als bei anderen Blowbacks. Für Spieler ist sie schon wegen des Preises und der geringen Magazinkapazität nur bedingt tauglich, für Sammler und Reenactors dagegen schon fast Pflicht. Auf meiner Wunschliste ist sie jedenfalls ein ganzes Stück nach oben gerückt.


Geschichte

Die Parabellumpistole (später auch P-08) wurde von Georg Luger um 1900 entwickelt. Basis war die von Hugo Borchardt 1893 entwickelte Selbstladepistole mit Kniegelenkverschluß. Luger verkleinerte den Mechanismus und machte ihn so praxistauglich. Die ersten Parabellumpistolen waren noch für das Kaliber 7,65mm eingerichtet (Flaschenhalspatrone). Dieses Modell wurde auch von der Schweizer Armee als Modell 1900, später 1900/06 eingeführt. Georg Luger entwickelte noch weitere Verbesserungen und vergrößerte die Patrone auf 9mm, indem er die alte 7,65er Hülse aufweitete. Die 9mmx19 ("Parabellum" oder 9mm Luger) ist heute noch die am weitesten verbreitete Munition für Pistolen und MPs.
1904 wurde die Parabellumpistole zunächst von der deutschen Marine als Ordonnanzpistole eingeführt, 1908 folgten dann die kaiserliche Armee und die Polizeien. Die Pistole wurde noch bis zum Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland gebaut, auch wenn sie nach und nach durch die einfachere und billigere Walther P-38 ersetzt wurde. In den 70er Jahren wurden sogar noch spezielle Sportvarianten von Mauser gebaut.

Trivia: eine Variante in .45 ACP verlor Anfang des 20. Jahrhunderts nur knapp die Auswahl als neue Ordonnanzpistole der US Army. Der Gewinner war die Colt Government 1911.

Links:
http://world.guns.ru/handguns/hg67-e.htm
http://www.lugerforum.com
http://de.wikipedia.org/wiki/Parabellumpistole
http://arniesairsoft.co.uk/?fi…uger_p08/luger_review.htm
http://www.winter-born.be/reviews/luger.htm

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