Review from the past: Marushin Detonics .45 NBB

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Kaliber: 8 mm BB
Gewicht: 580 Gramm
Magazin 10 Schuß
Energie: 1 Joule (bis 1,5 möglich)
Hop-Up: verstellbar
Blowback: nein
Preis: 159.90 Euro bei Sniper-Airguns


Die Testwaffe wurde mir freundlicherweise von der Firma Sniper-Airguns zur Verfügung gestellt.

Vorwort

Wie kommt man ausgerechnet auf die Marushin Detonics ? Das ist kein "typischer" Klassiker, zumindest bei uns. In den USA schon eher, denn da ist die Detonics lange Zeit als Backup- und Verteidigungswaffe beliebt gewesen. Der eine oder andere hier hat sie auch schon in dieser Funktion erlebt. In der Serie "Miami Vice" hat Don Johnson alias Sonny Crockett eine Detonics im Knöchelholster.
Das Angebot, eine Marushin 8mm-Pistole zu testen, war für mich attraktiv genug, um es auch mal mit einer gekürzten 1911er zu versuchen. Und, das sei vorab verraten, ich wurde positiv überrascht.

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Erster Eindruck

"Klein aber gemein" steht im Shop. Stimmt. Die Waffe ist sehr klein, vergleichbar mit einer Walther PPK oder SIG P230. Das ist schon ein sehr kompaktes Format. Und trotzdem verschießt sie 8 Millimeter BBs. Oder .45 Colt Automatic als Realsteel.
Das Finish ist mit das beste, was ich bisher an einer Airsoft gesehen habe. Die Oberfläche wirkt wie blanker Stahl, also ein echtes Stainless-Finish. Nicht diese spiegelnde Chromoberfläche, die man sonst so sieht. Metall- und Plastikteile lassen sich auf den ersten Blick nicht voneinander unterscheiden. Die ganze Waffe wirkt in der Hand unheimlich massiv, als wäre sie komplett aus Metall.

Als NBB klappert nichts, da es wenige bewegliche Teile gibt. Lediglich das Magazin hat einen halben Millimeter Spiel. Bei meinen eigenen Waffen behebe ich das mit einem kleinen Streifen Isolierband, dann sind sie absolut fest.
Über die 8mm-Monsterkugeln muß man eigentlich nicht mehr viel sagen, aber ein bißchen geht noch. :-)
Im Vergleich zu 6mm-BBs sind das wirklich dicke Dinger. Über 50% mehr Gewicht und 25% höherer Durchmesser klingt nicht so beeindruckend. Ein Bild sagt mehr.
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"Mother-Of-All-BBs"
Davon möchte man wirklich nicht gerne getroffen werden.

Die Verpackung besteht aus der üblichen Styroporbox und einem bunt bedrucktem Deckel. Das Bild zeigt die "Silver"-Version, wobei ein Aufkleber zeigt, was sich tatsächlich in der Packung befindet.
Der Lieferumfang ist normal - eine japanische Anleitung, ein etwas älterer Marushin-Katalog, ein Inbusschlüssel für das Hop-Up und eine kleine Packung Kugeln. Einen Speedloader gibt es nicht, aber der ist bei diesem Magazin auch nicht notwendig.

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Genauere Untersuchung

Auf der linken Seite ist nur die Waffenbezeichnung eingraviert "DETONICS .45 Combat Master". Auf der rechten Seite befinden sich die Importeurs- und Herstellermarkings, sowie das "F". Alle Markings sind ordentlich eingraviert, keine blinde "Lötkolbenschwingerei" der früheren Jahre.

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Es sind eine Menge Metallteile verbaut, die auch zum relativ hohen Gewicht beitragen. So ist praktisch das ganze Magazin aus Metall gefertigt. An der Waffe selber fällt erst einmal das Schlagfedergehäuse ins Auge. Dazu dann noch Schlittenfang, der (angedeutete) Outer-Barrel, Hammer, Abzug und die Kimme.

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Da es sich um eine NBB handelt, muß man die Waffe nicht vorspannen. Einfach den Abzug durchziehen und der Schuß löst sich. Alternativ funktioniert auch Single-Action. Der Hammer läßt sich vorspannen und der Abzug löst etwas leichter aus.
In beiden Fällen kann man sehen, wie der Inner-Barrel beim Spannen zur Kugel gezogen wird. Im Gegensatz zu einer GBB, bei der die Kugel in die HopUp-Kammer geladen wird.

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Zum zerlegen muß man den ansonsten funktionslosen Schlittenfanghebel leicht herunterdrücken und dann ganz herausziehen. Danach kann man den Schlitten etwas zurückziehen und nach oben abnehmen. Nun sind alle beweglichen Teile zugänglich zum reinigen und ölen.

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Schußtest

Das Magazin läßt sich extrem leicht befüllen. Die Feder ist extrem weich und läßt sich problemlos bis unten ziehen. Die Kugeln kann man dann einfach hineinrollen lassen. Da die NBB die Kugeln direkt aus dem Magazin verschießt, ist auch die Öffnung relativ groß. Bei GBBs ist die Öffnung dagegen meist etwas schmaler als die Kugeln, damit diese nur einzeln in das Hop-Up geladen werden.
Das Einfüllventil befindet sich offen an der Unterseite des Magazins. Das Auslassventil schließt bündig mit der Rückwand ab. Dadurch ist ein kontrolliertes Gasablassen bei diesem Magazin relativ schwierig. Als NBB verarbeitet die Detonics ohne weiteres Greengas, getestet habe ich sie aber auch mit Abbey Predator Ultra. Schwächeres Gas ist natürlich ebenso möglich, da das Gas nur die Kugel bewegen muß und nicht den Schlitten. Nur Redgas würde ich nicht probieren, weil irgendwann auch die besten Ventile aufgeben.

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Zunächst muß ich sagen, daß das Schußgeräusch extrem leise ist. Bei dem dicken Rohr und dem Monsterkaliber hätte es auch knallen können. Aber es "ploppt" nur, nicht viel mehr als bei meinen Revolvern auch.

Die Genauigkeit ist auf 5 Meter mit Greengas durchaus ok, zumal es sich wirklich um eine Verteidigungswaffe handelt. Für das Zielschießen ist die Visierlinie einfach zu kurz. Zum Scheibenschießen eignet sie sich weniger, es sei denn in einer eigenen Klasse für Kompaktwaffen. Grundsätzlich sind aber die 8mm-Kugeln präziser als ihre 6mm-Verwandten.

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Die effektive Reichweite dürfte locker bei 30 Metern liegen, jedenfalls konnte ich auf diese Entfernung keine nennenswerte Abweichung von der Flugbahn erkennen.

Um das Hop-Up einzustellen, muß man die Waffe nicht zerlegen. Oben im „Verschluß“ ist eine kleine Öffnung für den Inbusschlüssel.

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Spieltauglichkeit

Dieser Punkt ist schwierig zu beantworten. Mit schwächerem Gas dürfte sie für CQB ohne weiteres geeignet sein. Sofern es die Regeln zulassen, kann man sie draußen auch mit stärkerem Gas betreiben. Immerhin dürfte die größere Oberfläche der Kugeln die Energie besser verteilen, sprich: weniger schmerzen. Ausprobiert habe ich es nicht.
Als kompakte Waffe ist sie auf jeden Fall eine gute Backupwaffe. Und das fehlende Blowback wird man auch kaum bemerken, sollte man in einer Situation sein, in der man eine Backupwaffe braucht. Lediglich das dicke Kaliber und die nicht eben geringe Stärke dürften den Mitspielern Unbehagen bereiten. Aber das kann ja auch gewollt sein.


Fazit

Die Detonics hat mich durchaus überzeugt, auch wenn es sich um eine kompakte NBB handelt. Als Replika ist sie absolut hochwertig verarbeitet und wirkt sehr realistisch. Die Schußleistung ist für so eine kleine Waffe ausgezeichnet, was allerdings durch den Verzicht auf ein BlowBack erkauft wird. Und mit einer recht geringen Magazinkapazität von nur zehn Schuß. Aber in jedem einzelnen steckt die Energie von zwei 6mm-Schüssen...


Geschichte

Die heutige Firma Detonics ist bereits die dritte Inkarnation unter diesem Namen. Damit teilt sie das Schicksal vieler kleiner Waffenschmieden in den USA, die ein paar Jahre lang mehr oder weniger erfolgreich produzieren und dann plötzlich verschwinden. Und ihre erfolgreichsten Produkte tauchen etwas später unter gleichem Namen und neuem Inhaber wieder auf. So auch die Combat Master.

Entwickelt in den späten 70ern, scheint sie zunächst einfach nur eine gekürzte 1911er zu sein. Aber Detonics hat weit mehr an ihr verändert. Fast auf den ersten Blick fällt ein fehlendes Stück am hinteren Ende des Schlittens auf. Die Kimme ist etwa 2 cm nach vorne versetzt. Das soll ein schnelles manuelles Vorspannen des Hammers erleichtern.
Die übrigen Veränderungen kosten als Tuning bei einer normalen 1911er schon fast mehr, als die Detonics ab Werk (1200 US$):
- Spezieller konusförmiger Lauf ohne Bushing
- Vergrößertes Auswurffenster
- Dreiteilige Rückholfeder und lange Federführungsstange
- Schwerer Schlagbolzen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme

Trivia: Ein berühmter Film mit einer Detonics in einer "Nebenrolle" ist übrigens "Terminator 2". Sowohl Sarah Connor als auch der T-1000 benutzen eine modifizierte Detonics, genannt "Coltonics". Bei dieser Waffe wurde ein Detonics-Schlitten auf einen Colt-Rahmen gesetzt.

Links
https://www.detonicsusa.com/combatmaster.html
https://www.handgunsmag.com/featured_handguns/master_121305/
https://www.biggerhammer.net/detonics/
https://www.sightm1911.com/lib/history/detonics.htm

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