Review from the past: KJW M9A1 CO2

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System: CO2 Blow Back
Kaliber: 6mm
Magazin Kapazität: 22 Schuss
Energie:ca. 1 Joule
Gesamtlänge: ca. 215mm
Gewicht: ca. 900g
Material: Hauptsächlich Metall
Preis: 179,- Euro

Die Testwaffe wurde freundlicherweise von Begadi zur Verfügung gestellt.


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Einleitung

Es gibt ja Waffen, da ist man direkt skeptisch, wenn man die Kombination aus Herstellernamen und Bauart hört. "KJW" und "CO2" gehören sicherlich dazu. In der Vergangenheit war das immer eine brisante Mischung. Zum einen optisch, mit dem überlangen CO2-Magazin, zum anderen wegen der mangelhaften Stabilität. Seit die Hersteller aber dazu übergehen, die CO2-Magazine ähnlich kurz zu bauen wie Greengas-Magazine, ist zumindest die Optik erträglich geworden. Und durch eine Leistungsbegrenzung auf ca. 1 Joule, ist auch viel an Langlebigkeit dazugewonnen worden. Was die KJW M9A1 insgesamt so bietet, soll dieses Review klären.

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Lieferumfang

Die Pistole wird, wie gewohnt, in einer Styroporbox mit Pappdeckel geliefert. Der Aufdruck entspricht dem Cybergun-Standard mit schematisiertem Foto und jeder Menge Angaben zur Waffe. In der Box sind neben der Waffe noch eine mehrsprachige Anleitung (auch in Deutsch), ein Loading-Tool und ein Inbusschlüssel für das Hop-Up. In einem kleinen Karton sind dann noch 50 BBs zum Einschießen.

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Erster Eindruck

Wenn man die Waffe aus dem Karton nimmt, fällt zunächst das hohe Gewicht und die Stabilität auf. Die Waffe macht einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Die Lackierung ist gleichmäßig und ohne Fehler. Der Schlitten und der Lauf haben ein leichtes Spiel, was aber prinzipbedingt ist. Ob sich das auf die Präzision auswirkt, wird der Schußtest zeigen.

Es handelt sich um ein modernisiertes Modell der Beretta 92, mit einer obligatorischen Picatinny-Schiene unter dem Lauf. Das Gewicht der Pistole kommt der Realsteel-Vorlage (952g) schon ziemlich nahe.

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Die Markings auf der linken Seite sind ordentlich gelasert und wirken recht authentisch. Wobei die M9A1 der US Army m.W. keine solchen weiße Kennzeichnung haben. Für eine Beretta 92F generell sind die Markings aber passend.

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Auf der rechten Seite seiht es dagegen wesentlich übler aus. Das "F" ist ja noch ok, aber die ganze rechte Schlittenseite wird von riesigen G.S.G.-Markings eingenommen, die dann noch von einem zweizeiligen Copyrighthinweis ergänzt werden. Das wäre nicht nötig gewesen, den anderen großen deutschen Importeur in dieser Weise zu kopieren! Eine unauffälligere Beschriftung, in der gleichen Größe wie links, wäre da besser.

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Die Waffe ist praktisch komplett aus Metall gefertigt, bis auf ein paar Internals (Nozzle) und den Magazinknopf. Letzterer macht auch keinen besonders langlebigen Eindruck. Ich hoffe mal, daß der Eindruck täuscht... Was ebenfalls etwas bedenklich wirkt, sind die "Lücken" in den Schlittenflanken. Die sind zwar originalgetreu, haben aber auch bei den echten Vorbildern schon zu Rissen geführt (was durch die verstärkten Schlittenflanken der neuen Modelle behoben wurde).

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Technische Details

Das Magazin schließt fast bündig mit dem Griffstück, wird aber noch durch einen Magazinschuh verlängert. Trotzdem wirkt das wesentlich schöner, als die bisherigen überlangen CO2-Magazine. Die Konstruktion ist, ähnlich der WE 1911, sehr durchdacht. Der Magazinschuh wird durch einen Pin gehalten, der durch die Magazinfeder heruntergedrückt wird. So kann er auch im Spiel nicht einfach verloren gehen. Um die CO2-Kapsel zu wechseln, muß man also erst den Pin hochschieben und dann den Magazinschuh abziehen.

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Darunter liegt dann ein flacher Schraubverschluß, der z.B. mit einer Münze losgedreht werden kann. Ein passendes Werkzeug liegt nicht bei. KJW hat aber an den kleinen Geldbeutel gedacht, eine 5 Cent Münze reicht...

Die beidseitige Sicherung trennt nur Abzug und Hahn, man kann also auch die gesicherte Waffe durchladen, bzw. den Hahn spannen. Die Abzugsgruppe ist vorbildgetreu als Double-Action ausgelegt, es ist also möglich die Waffe durchzuladen, den Hahn vorsichtig (!) zu entspannen und dann den ersten Schuß ohne erneutes Durchladen anzugeben. Auch im Double-Action geht der Abzug erfreulich leicht, was auch nicht selbstverständlich ist.

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Zum Zerlegen muß der kleine Knopf auf der rechten Seite eingedrückt werden, dann läßt sich der Hebel links vor dem Schlittenfang um 90° drehen. Nun kann man den Schlitten nach vorne abziehen. Nur so läßt sich auch das Hop-Up einstellen, da es nur eine Schraube auf der Unterseite des Laufs gibt.

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Was sofort ins Auge fällt, sind das blaue Nozzle und die Blowback-Unit. Was der Grund für diese Farbe ist, erschließt sich mir nicht. Eine Auswirkung auf die Stabilität, hat es aber wohl nicht. Das Innere der Pistole ist etwas schmucklos in blanken, grob bearbeiteten Metall gehalten. Etwas mehr schwarzer Lack wäre nicht verkehrt gewesen, weil am Übergang zwischen Griffstück und Schlitten ein Streifen blankes Metall durchschimmert. Außerdem müssen sich die Teile wohl erst "einlaufen", denn beim Durchladen gibt es, trotz guter Ölung, ein leichtes Quietschen. Dies ist wohl durch die rauen Oberflächen der Internals bedingt. Mit etwas Öl oder Silikonfett läßt sich das aber beheben.

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Schußtest

Das Loading-Tool ist stabil genug, um auch wirklich 20 Kugeln laden zu können. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Zu viele Kugeln sollte man auch nicht laden, weil das Magazin dann nicht mehr richtig im Griff einrastet.

Da fast der komplette Schlitten aus einem Stück besteht, ist auch die Visierung fest. Sie ist aber zumindest bei meinem Testmodell exakt genug eingerichtet. Auf fünf Meter trifft man exakt "Fleck" und die Streuung ist im normalen Rahmen einer GBB. Auf acht Meter hatte ich dann aber schon deutliche Probleme, die Zielscheibe (14x14 cm) zu treffen.

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Das Blowback ist kräftig, aber nicht zu stark. Das Schußgeräusch ist sehr laut, absolut am obersten Rand der "Mietwohnungstauglichkeit". Ich habe auch den Eindruck, daß die Angabe "1 Joule" eher zu niedrig angesetzt ist. Der Testschuß auf eine Dose (mal wieder Prosecco, die sind stabiler) ging glatt durch. Ich würde das mal im Bereich von 1,2 Joule einordnen. Mit einer CO2-Kapsel konnte ich etwa 60 Schuß abgeben, was durchaus normal ist.

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Ob die Stärke langfristig zu Beschädigungen führt, konnte ich im Testzeitraum nicht ermitteln. Irgendwelche Abnutzungserscheinungen gab es jedenfalls nicht.


Tuning

Ein internes Tuning, gleich welcher Art, dürfte schwierig werden. Eventuell läßt sich der Inner-Barrel tauschen, aber mehr geht wohl nicht. Von außen gibt es sicherlich mehr Möglichkeiten, wie andere Griffschalen oder - im Ausland - eine taktische Lampe an der Schiene unter dem Lauf. Eventuell läßt sich an der Schiene auch eine Montage befestigen, mit der ein Reddot angebracht werden kann.

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Spieltauglichkeit

Mit der Spieltauglichkeit ist das bei CO2 immer so eine Sache. Gerade, wenn die Waffe doch über 1 Joule liegen sollte, muß man zumindest mit den Mitspielern abklären, ob das noch erlaubt ist. Ansonsten wäre doch eher der Kauf eines Grengas-Magazins anzuraten. Ansonsten spricht natürlich nichts gegen eine M9, die zu vielen Ausrüstungen paßt.

AIPSC

Für AIPSC würde ich die M9 nicht empfehlen, weil die feste Visierung und das Handling der Kapseln nicht ideal sind. Die Präzision ist für AIPSC noch eben ausreichend. Aber da sind andere, vergleichbar teure Modelle von KSC/KWA einfach die bessere Wahl. Selbst bei WE wird man da mit der 1911er-Serie eher fündig.

Fazit

Die M9A1 ist ein typischer Vertreter der aktuellen CO2-Pistolen ohne große Schwächen, aber auch ohne besondere Highlights. Für Sammler mag sie interessant sein, wenn man eine aktuelle Dienstpistole sucht. Für Spieler ist sie ebenfalls interessant, wenn man mit CO2-Pistolen spielen kann oder sich ein Greengas-Magazin anschafft. Zur Komplettierung einer Ausrüstung taugt sie in jedem Fall. Für reine "Plinker", die eine starke und solide Waffe mit Blowback suchen, ist die KJW durchaus eine Überlegung wert. Der Käufer muß sich halt entscheiden, ob er auf Metall Wert legt oder sich mit einer gleich teuren TM oder KSC aus Plastik zufrieden gibt.


Geschichte

Die Entwicklung der Beretta 92 begann 1972 auf Basis des früheren Modells M951, von dem auch der Verschluß übernommen wurde. Dieser basiert wiederum auf dem Schwenkriegelverschluß der Walther P38. 1985 gewann Beretta die Ausschreibung der US Army zur Ablösung der alten 1911er Dienstpistolen und die Beretta 92 wurde als "M9" eingeführt. Probleme mit den in Amerika gefertigten Pistolen führten zu mehreren Änderungen am Aufbau. Die neueste Variante ist die M9A1, die sich, unter anderem, durch die Picatinny Schiene unter dem Lauf von der M9 unterscheidet.


Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Beretta_92
https://world.guns.ru/handguns/hg07-e.htm

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