Review from the past: WE KAC KnightHawk 1911

Review-Friday! Jeden zweiten Freitag im Monat gibt es ein weiteres - nicht neues - Review aus den alten Foren. Heute:


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Modell: KAC KnightHawk

Hersteller: WE / WETTI/AWSS exklusiv

System: Gas Blow Back, Hop Up System einstellbar

Kaliber: 6 mm BB

Max-Energie: ca. 0,9 Joule

Material: komplett Metall, nur Griffschalen aus Kunststoff

Magazinkapazität: 15 Schuss

Gewicht: ca. 955 gr

Gesamtlänge: ca. 218 mm

Preis: 150 Euro



Das Vorbild für diese Airsoft ist ein Sondermodell, das von Knights Armament Co. auf der Shot-Show 2009 vorgestellt wurde. Gebaut wird diese "Custom 1911" vom Tuner Nighthawk, was auch den Namen der Pistole erklärt. Ein Wortspiel aus "Knights Armament" und "Nighthawk Customs".

Es handelt sich bei dieser Waffe um eine limitierte Auflage von 100 Stück, die zusammen mit der SR15-E3 verkauft wurde. Diese hat, wie auch schon die KAC PDW, ein spezielles Design mit kleinen "Grübchen" im Laufmantel. Dieses golfballähnliche Design erfüllt zwei Zwecke. Das Gewicht wird verringert, ohne Stabilität zu verlieren. Und es dient der Kühlung durch eine größere Oberfläche.

Bei einer Pistole ist das allerdings nicht notwendig, hier wurden lediglich die Designelemente übernommen, um die Verwandtschaft herauszuheben.

Diese Idee wurde nun von WETTI übernommen, um passend zur KAC PDW eine Pistole zu haben, die deren typische Erscheinung widerspiegelt. Die Veröffentlichung der PDW hat sich zwar ein paar Wochen verschoben, dürfte aber mit erscheinen dieses Reviews unmittelbar bevorstehen.


Was bekommt der Käufer nun genau? Und für wen eignet sich diese Pistole eigentlich?


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Die WE KnightHawk ist keine einfache Sonderserie von WE, sondern wurde von WETTI speziell geordert. Daher finden sich, neben WE-1911-Standardteilen auch ein paar Besonderheiten. Am auffälligsten ist das beim Schlitten. Dieser hat nicht nur das einmalige Golfballdesign, sondern auch korrekte Marking von Knights Armament. Etwas, was man bei keiner anderen Airsoft findet.

Außerdem wurde die Oberfläche, wie schon bei den GBB-Rifles, eloxiert und nicht lackiert. Auch wenn die Oberfläche damit nicht so belastbar wie bei einer Stahlwaffe ist (die Airsoft besteht halt noch immer aus relativ weichem Aluminium), ist es auf jeden Fall realistischer und auch bei Abnutzung noch schöner als ein splitternder Lack. Dazu kommt dann noch das neue MEGAFLOW-System, auf das ich weiter unten noch eingehen werde.

Insgesamt gibt es also durchaus ein paar Besonderheiten, die diese Pistolen von anderen Airsofts deutlich absetzt.


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Ist die Pistole damit ein Sammlerstück? Ja, das ist sie auf alle Fälle. Aber vielleicht nicht für jeden Sammler. Wer auf eine hundertprozentige Replikation des Vorbilds Wert liegt, wird leider enttäuscht. Es gibt durchaus auffällige Abweichungen, die wohl dem Herstellungsprozess bei WE geschuldet sind. Für eine Herstellung aller notwendigen Teile hat es vielleicht an Mut gefehlt. Oder an passenden Maschinen, denn diese Teile wären dann nicht für die Herstellung anderer Modelle geeignet gewesen. Etwas, was ein großer Hersteller auch wirtschaftlich einkalkulieren muß.


Die Abweichungen vom Vorbild wären zum Beispiel das Griffstück ohne "Grübchen", der kurze Sicherungshebel, der Ring für die Fangschnur und die schwarze Mündungsbuchse. Besonders letztere wäre eigentlich nicht notwendig gewesen, finden sich doch verchromte Teile im Sortiment von WE. Vielleicht wird das auch mal in einer späteren Auflage verbessert.

Zu den positiven Punkten muß man aber die akkurat nachgebaute Visierung und die Griffschalen mit KAC-Logo zählen. Hier gibt es nichts zu meckern, alles sieht so aus, wie es sollte.


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Auf der rechten Seite der Waffe finden sich auch die korrekten Herstellermarkings, "Nighthawk Customs", "Berryville, AR USA", "NHC 00007".

Außerdem bekommt jede Waffe eine individuelle Seriennummer auf der rechten Seite eingraviert.


Auch das Magazin unterscheidet sich auf den ersten Blick von den bisherigen. Es ist schwarz lackiert, hat aber die gleiche Form und scheinbar auch das gleiche Ventil. Mechanisch sind die Magazine austauschbar.


Das Schußverhalten unterscheidet sich von der herkömmlichen MEU. Das Geräusch klingt deutlich dumpfer und der Rückstoß ist etwas stärker. Auch die Messung der Schußstärke zeigt, daß hier etwas verändert wurde. Gemessen wurde mit Greengas bei 17°C und es ist deutlich zu sehen, daß die KnightHawk weniger anfällig für einen Cooldown ist. Die Werte bleiben, trotz der niedrigen Außentemperatur, deutlich konstanter. Und das auch bei schnellen Schußfolgen, wie das Video hier und hier zeigt.


Chrony-Werte:

Code
  1. Waffe V01 V02 V03 V04 V0 Joule
  2. WE 1911 M.E.U 85,7 83,1 81,7 81,7 83,0 0,69
  3. WE 1911 "KnightHawk" 91,9 91,9 88,9 89,0 90,4 0,82


In einem zweiten Vergleich, bei 20°C Raumtemperatur, kam die Knighthawk sogar auf über 1 Joule. Dies ist für eine Gasblowback ein ordentlicher Wert.


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Technisch ist zunächst einmal kein Unterschied zu den bisherigen WE 1911ern zu erkennen. Alle Teile sehen auf den ersten Blick identisch aus und sind wohl auch austauschbar.

Trotzdem ist klar, daß mit dem Megaflow System etwas verändert wurde. Das Geheimnis sind Ventile mit größerem Innendurchmesser und optimierte Gasröhren. Dadurch steigt zwar auch der Gasverbrauch, aber dafür nimmt eben auch die Leistung zu.


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Ungewöhnlich für eine WE ist auch die neuartige Novak-Visierung, die sich von der auf der MEU unterscheidet. Sie liegt ein paar Millimeter höher, weshalb auch das Korn deutlich größer ist. Es liefert aber auch weiterhin ein klares Zielbild mit dem weißen Punkt auf dem Korn. Eine weiße Markierung auf der Kimme wäre natürlich ebenfalls schön gewesen, wobei fraglich ist, ob das Original so etwas hat.


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Auf jeden Fall ist die Schußpräzision höher, als es die Visierung vermuten läßt. Ich habe engste Streukreise erreicht, wie sonst höchstens noch mit einer Tokyo Marui M.E.U...

Der Verbrauch ist etwas höher als bei normalen 1911ern von WE, daher sollte man immer einplanen, bei einem verschossenen Magazin nicht nur BBs, sondern auch Gas nachzufüllen.


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Die KnightHawk ist für mich zweierlei - zum einen natürlich ein Sammlerstück, das zum Schießen eigentlich zu schade ist. Aber es macht auch wahnsinnigen Spaß, wenn man ungetrübt von Cooldown und Leistungsverlusten die Kugeln so präzise herausjagen kann. WETTI ist es gelungen, im Bereich der GBBs, wo es in den letzten Jahren nur noch wenige Innovationen gab, ein absolut eigenständiges Produkt mit überzeugenden Features zu entwickeln. Die eloxierte Oberfläche, Precision Barrel und das Highflow-System sind echte Highlights.


Das Design, das ja zur PDW passen soll, mag nicht jedem gefallen. Obwohl es "live" bei weitem nicht so ungewöhnlich wirkt, wie auf den Bildern. Dazu ist es ja der Nachbau einer echten Waffe, mit authentischen Markings. Deren Fehlen bei WE-Pistolen bisher oft bemängelt wurde.

Aber die KnightHawk ist auch das erste Modell mit neuer Technik und realistischer Oberfläche. Wem dieses Modell nicht zusagt, kann sich auf weitere AWSS-Pistolen freuen, die nun folgen werden. Die erste, eine 3.8er MEU, folgt schon in den nächsten Wochen.


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Hintergrund


Hersteller der originalen KnightHawk ist die Firma Nighthawk Custom aus Berryville, Arkansas. Die Firma wurde 2003 von ehemaligen Mitarbeitern von Wilson Combat gegründet und hat sich auf das Tuning von 1911er Colt spezialisiert.


Der Auftraggeber Knights Armament Company war ursprünglich nur ein Hersteller von militärisch genutzten Waffenteilen (RIS-Schienen), ist heute aber selbst Waffenproduzent mit den bekannten SR-47, SR-15 und SR-25 Serien. Außerdem hat man mit der PDW eine ganz eigenständige Waffe entwickelt.



http://www.m4carbine.net/showthread.php?t=25108

http://www.nighthawkcustom.com/

http://www.knightarmco.com/

Dieses Review wurde zuerst am 11.03.2010 im Forum WEAirsoft.de veröffentlicht. (c) 2020 Elchinator