Schattenspieler - ASG CZ Shadow 2

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Einleitung


Es gibt wohl keine Pistole, die es an Herstellern und Modellvarianten auch nur annähernd mit dem Colt 1911 aufnehmen kann. Trotzdem dürfte auch der zweite Platz mit einigem Abstand vor dem Rest des Feldes liegen. Die Rede ist natürlich von der CZ-75, die es mit Nachbauten von Tangfolio bis IMI, von Polizei- und Militärpistolen bis hin zu hochgezüchteten Sportvarianten in allen möglichen Ausprägungen zu finden gibt. Doch auch bei CZ selbst ist die Zeit nicht stehengeblieben und man hat mit diversen Abwandlungen immer wieder neue Varianten des ursprünglichen Systems auf dem Markt gebracht. Die neuesten Modelle der CZ 75 SP-01 "Shadow 2" sind speziell für IPSC getrimmt worden und haben einen leichteren Schlitten, ein großes Magazin und ein aggressiveres Checkering der Griffschalen.


Action Sport Games, die zum einen die offizielle Lizenz von CZ haben und zum anderen schon lange alle möglichen Airsoft-Varianten der CZ 75 vertreiben, haben natürlich auch dieses neueste Modell ins Programm aufgenommen. Was ist nun anders im Vergleich zu bisherigen Modellen?


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Lieferumfang


Typisch für ASG ist die Styroporbox mit einem Pappdeckel. Darauf sind in mehreren Sprachen (nicht Deutsch) die Besonderheiten dieser Pistole aufgezählt. Lediglich auf der Seite finden sich noch die technischen Angaben mit deutscher Beschriftung. Das gleiche Bild zieht sich bei der Anleitung durch, die ebenfalls nur auf Englisch, Französisch und Spanisch beiliegt. Ein schwaches Bild, wo doch der deutsche Markt nicht ganz unbedeutend für ASG sein sollte. Es fehlen dazu auch noch mehr technische Informationen, wie zum Beispiel eine Explosionszeichnung.

Ansonsten liegen dann noch die obligatorische Packung BBs und zwei Inbusschlüssel in der Box. Also wie gehabt, nichts Weltbewegendes.


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Erster Eindruck


Diese Waffe ist SCHWER! 1,2 Kilo ziehen hier die Hand nach unten, das ist deutlich mehr als bei üblichen Dienstwaffen und schon in der gleichen Liga wie eine WE Desert Eagle! Trotzdem hat sie durch die ergonomische Griffform eine tolle Handlage. Ideale Voraussetzungen für eine präzise Scheibenwaffe!


Praktisch für AIPSC ist der vergrößerte Magazinknopf, nur leider hat die Shadow 2 - wie auch das reale Vorbild - ab Werk keinen Jet-Funnel.


Markings finden sich so einige an der Pistole. "CZ Shadow 2 9x19" auf dem Schlitten, "CZ Shadow 2" auf beiden Griffschalen, "ASG Cal. 6mm BB" und eine Seriennummer rechts auf dem Rahmen. das Sniper-:F: findet sich versteckt auf der Unterseite des Dustcovers.


Hersteller dieser Pistole ist natürlich KJW, die eine lange Tradition von CO2-Pistolen aufweisen können. Sucht man auf deren Seiten, findet man sogar eine deutlich bessere Anleitung inklusive der fehlenden Explosionszeichnung. Warum ASG die nicht ebenfalls in die Anleitung übernimmt, weiß wohl nur das Marketing.


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Technik


Stahl findet sich bei dieser Pistole nur am Hahn und sonst noch an Schrauben, Federn und Bolzen. Alle anderen Funktionsteile sind entweder aus Alu - wie die Griffschalen - oder Zinkdruckguss. Plastik ist ebenfalls nur an wenigen Stellen zu finden, leider aber an einer sehr wichtigen.

Der Magazinboden ist aus ABS, was überhaupt nicht ideal für AIPSC ist. Lässt man das Magazin aus der Waffe rutschen, knallt es mit dem Plastikboden auf den meist harten Untergrund. Gummi, oder etwas anders mit mehr Flexibilität, wäre besser gewesen. Vielleicht erbarmt sich ja mal einer der üblichen Zubehöranbieter.


Der Schlitten wird, wie bei der CZ 75 oder auch der SIG P210, innen geführt, was das Verletzungsrisiko für die unterstützende Hand verringert. Der Schlitten ragt nur wenig aus dem sehr hoch bauenden Griffstück heraus.


Die Sicherung blockiert den Abzug und lässt sich daher nur bei gespannter Waffe aktivieren, ähnlich einem 1911er.


Das Zerlegen der Waffe erfolgt wie gewohnt und von der 1911 bekannt. Also keine Überraschung an dieser Stelle. Die gab es dafür beim Zusammenbau: eine kleine Feder (#70) steht genau mittig in der Öffnung und blockiert so den Bolzen des Schlittenfangs. Man kann sie mit einem Holzstäbchen oder einem anderen Hilfsmittel von der gegenüberliegenden Seite aus etwas zur Seite drücken, dann geht es. Vielleicht lässt sich die Feder auch etwas verbiegen, ohne dabei ihre Funktion einzuschränken. Auf jeden Fall sollte man hier suchen, wenn der Schlittenfang nicht ganz reingeht.

Ist die Waffe zerlegt, kommt man dann auch an die Hop-Up-Verstellung. Auch hier hält sich KJW an den Standard und verwendet ein kleines Schräubchen unter der HU-Chamber. Werkzeug braucht man dazu nicht.


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Schußtest


Beim Einsetzen der CO2-Kapsel hat man ein deutliches Feedback, wenn die Kapsel kurz vor dem Anstechen ist. Die Schraube lässt sich dann auf einmal nicht mehr so leicht weiterdrehen. Dann noch eine beherzte Vierteldrehung und die Kapsel ist angestochen und dicht. Das klappt auch ohne Übung ohne Gasverlust - optimal.

Das Magazin hat auch eine verbreiterte Öffnung für den Follower im unteren Bereich, durch die man die BBs einfach hereinlaufen lassen kann. Leider lässt sich der Follower nicht unten arretieren, was den ganzen Prozess noch vereinfachen würde.


Das Durchladen ist wegen des niedrigen Schlittens etwas fummeliger als bei anderen Pistolen, die Front-Serrations helfen hier aber.


Die Visierung ist durch den Lichtleiter vorne auch bei Dämmerung gut zu erkennen. Leider kann man die Kimme nur in der Höhe verstellen, eine seitliche Drift ist höchstens möglich, wenn man den Schlitten zerlegt und von unten an die Halteschraube kommt. Das Korn sitzt ebenfalls fest im Schlitten.


Einen echten Druckpunkt konnte ich beim Abzug im Single-Action-Modus nicht feststellen. Der Abzug bewegt sich sehr leichtgängig und der Schuß löst sich unvermittelt. Das ist aber für Targetshooting nicht einmal schlecht.

Im DA-Modus ist ein Druckpunkt feststellbar und der Abzugsweg ist sehr weit.

Die Lautstärke beim Schuß ist erstaunlich moderat und das Geräusch eher dumpf. Es wirkt fast wie mit einem Schalldämpfer. Der Rückschlag ist ebenfalls nicht sehr stark, was am hohen Gewicht der Waffe liegen dürfte. So sind gut kontrollierbare Schußfolgen möglich.


Trotzdem waren die Trefferergebnisse auch mit verschiedenen BB-Sorten eher mittel. Ein Tuninglauf und ein anderes Hop-Up-Gummi könnten hier eine Menge bewirken.


Die Chrony-Messungen ergaben:

99,4 m/s

98,5 m/s

97,4 m/s

98,6 m/s

96,3 m/s

Was mit 0,25er BBs einer Energie von 1,2 Joule entspricht.


Eine CO2-Kapsel hält auch mehrere Tage lang im Magazin dicht, die Ausbeute beträgt drei bis vier Füllungen BBs.


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Tuning und Zubehör


Direkt verfügbar sind Gasmagazine, die ich leider nicht testen konnte. Ich vermute aber mal, daß diese entweder etwas schwächer sind, oder dafür schneller einen Cool-Down entwickeln als die CO2-Magazine.


Ein Wechsel des Inner-Barrels sollte ebenfalls möglich sein, mit einer Länge von112mm entspricht er dem einer Hi-Capa. Die Aufnahmerillen sehen zumindest identisch aus.


Schön wäre dann noch ein Jet-Funnel. Dazu müsste sich dann aber einer der üblichen Dritthersteller erbarmen. Gefunden habe ich dazu jedenfalls noch nichts.


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Fazit


Wer eine moderne Sportpistole sucht, für den ist die ASG Shadow 2 ideal. Speziell für AIPSC wären andere Magazinböden besser, um Schäden zu vermeiden.

Grundsätzlich taugt die Shadow auch für Spieler, wobei die blauen Griffschalen hier natürlich merkwürdig herausstechen. Ansonsten hat man aber eine Waffe, die anderen Dienstpistolen in keiner Weise nachsteht und die frühere CZ 75 doch ganz schön alt aussehen lässt.


Geschichte


Die CZ 75 wurde ab 1975 bei Ceská Zbrojovka in Uherský Brod (CZUB) entwickelt. Ab 1976 startete die Serienproduktion. Die Waffe war von Anfang an für den Exportmarkt vorgesehen, weshalb sie auch das Kaliber 9x19mm Luger verwendet, statt der Ostblock-Entsprechung 9x18mm Makarov.


Die CZ 75 verwendet das verbesserte Browning-System ohne Kettenglied, wie es auch in der Browning HP zum Einsatz kommt. Sie bestand ursprünglich komplett aus Stahl, während heute auch Modelle mit Polymergriffstücken produziert werden. Fast alle Varianten haben einen kombinierten Single-/Double-Action-Abzug. Über die Jahre wurden viele verschiedene Varianten produziert, mit Rails, Kompaktversionen oder mit anderen Abzugsarten und Kalibern.


Wegen ihrer hohen Herstellungsqualität, einem sehr guten Schußverhalten und trotzdem günstigen Preises, ist die CZ 75 zu einer der am weitesten verbreiteten Pistolen geworden. Ihr sehr zuverlässiges System wurde auch in vielen inoffiziellen Klonen verwendet, wie zum Beispiel Bren Ten oder IMI Jericho 941.


Die CZ 75 gehört auch heute noch zu den besten Pistolen in ihrer Klasse und wird nicht nur in Tschechien, sondern zum Beispiel auch in den USA von Polizeieinheiten geführt.


https://en.wikipedia.org/wiki/CZ_75