Nur für den Dienstgebrauch! VFC/HK G3A3

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Es muß so ziemlich auf den Tag genau 30 Jahre her sein, daß ich als Wehrpflichtiger das G3 zum ersten Mal in der Hand hielt. Denn im Oktober 1988 begannen meine 15 Monate bei der Bundeswehr. Und zum ersten Mal seit damals halte ich wieder ein G3 in der Hand, wie wir alle es damals oft (als Fernmelder aber nicht so oft) mitschleppen durften. Und es ist fast wieder das gleiche Gefühl. Fast, denn dieses G3 ist neu. Die Waffen beim Bund waren fast so alt wie die Rekruten...



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Antriebsart: Gas


Energie: 1,3


Farbe: Schwarz/Oliv


Kaliber: 6mm


Material: Metall / ABS


Magazinkapazität: 20


Gewicht: 3.270g


Länge: 1027mm



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Die Waffe kommt in einem großen schwarzen Karton daher, der lediglich mit rotem HK-Logo und einem "NO COMPROMISE"-Schriftzug verziert ist. Der eigentliche Inhalt ist nur an einem Bild auf der Seite zu erkennen. Dafür ist die Waffe im Inneren durch mehrere Lagen Wellpappe fixiert, sowie in ziemlicher dicker Plastikfolie eingeschlagen. Noch besseren Schutz bietet dann nur noch ein richtiger Waffenkoffer...




Im Inneren sind dann das G3, ein Magazin, ein Speedloader mit GBB-Adapter und eine Anleitung zu finden. Die Anleitung ist zwar mehrsprachig, aber inhaltlich leider nicht besonders umfangreich, wie wir noch sehen werden.




An der Waffe findet sich dann noch eine Plastikscheibe, die das Metall rund um den Selector vor Kratzern schützen soll. Eine nette Idee für eine erste Begutachtung der Waffe, spätestens beim Einsetzen des Magazins aber wieder obsolet. Da kommen dann die ersten Kratzer.



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Mit 30 Jahren zeitlichem Abstand kann ich nicht mehr so genau sagen, ob sich das originale G3 wirklich genau so angefühlt hat. Aber es könnte durchaus sein! Schwarzes Metall und olives Plastik, schwergängige Mechanik, ein Geruch nach Öl... Alles ist da. Und auch der Schmand im Lauf wirkt ziemlich originalgetreu. Der frischgebackene Rekrut darf also erst einmal ran zum Waffenputzen.



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Danach setzt man das Magazin ein und... fummelt eine ganze Weile damit herum! Das Magazin geht wirklich nur sehr schwergängig rein. Dadurch nutzt es sich aber auch stark ab und ist schnell verkratzt.


Echte Magazine lassen sich übrigens nicht einmal zum Spaß einsetzen. Vermutlich eine Spätfolge der (unwahren) Gerüchte um das WE M4 mit scharfer Munition.



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Die Seriennummer ist leider per Laser aufgebracht, was jetzt auch nicht so richtig zu einer "Vintage"-Waffe passt. Da hätte man dann besser komplett auf individuelle Nummern verzichtet und dafür eine Nummer graviert.



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In der Anleitung findet sich leider keine Explosionszeichnung, obwohl VFC (und auch wir) eine solche bereitstellt. Ebenso finden sich darin keinerlei Hinweise auf den Dry-Fire-Modus des Magazins oder das verbaute NPAS. Letzteres dürfte wohl rechtliche Gründe haben, denn eine einstellbare Stärke ist in Deutschland immer mit Problemen bei der Zulassung verbunden.



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Dafür ist die Einstellung des Hop-Ups beschrieben, was hier zwar mit etwas Aufwand verbunden ist, dafür aber völlig ohne (Spezial-)Werkzeug und großes Gefummel funktioniert. Einfach den vorderen Handschutz abnehmen, darunter ist ein Einstellrad. Besser geht es gar nicht!



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Um die Waffe zu zerlegen, muß man erst einmal den Hinterschaft abbekommen, was bei einer neuen Waffe gar nicht so einfach ist. Nur mit viel Gerappel und etwas WD-40 in den Zwischenräumen ging es dann doch. Leider bestehen die Internals zum großen Teil aus Zinkdruckguss oder bestenfalls noch Aluminium. Stahl findet sich nur in Form von Achsen und Federn. Da ist sehr viel Potential für die Tuning-Hersteller.



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Wie bereits erwähnt hat das Magazin einen Dry-Fire-Modus, bei dem der "Firing-Pin", der die Kraft des Hammers auf das Auslassventil überträgt, zur Seite gedrückt wird. Auf die gleiche Weise wird auch ein leeres Magazin simuliert, wenn die letzte BB verschossen wurde und es beim Auslösen nur noch klickt. Leider springt der Pin beim Befüllen nicht immer automatisch zurück, selbst bei deaktiviertem Dry-Fire. Beim Magazinwechsel sollte man also immer kurz checken, ob er wieder in der Mitte ist.



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In der Box liegt ja noch ein Speedloader mit GBB-Adapter, der aber so extrem locker sitzt, daß man ihn besser mit Sekundenkleber fixiert. Dann geht das Befüllen der 20 BBs wesentlich einfacher.




Die Dioptertrommel hat, wie das Original, vier Positionen, zwischen denen man wählen kann. Wirklich viel Sinn macht das bei einer Airsoft nicht. Dafür aber die Möglichkeit, die Visierung per Schraube genau einstellen zu können.



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Schußknall und Rückstoß des G3 sind ordentlich, aber nicht mehr, als man in dieser Klasse so kennt. Vom Original ist man auch hier noch meilenweit entfernt. Immerhin kann man den Rückstoß über das NPAS noch etwas verstärken, dann aber auf Kosten der Schußleistung. Die kann sich mit durchschnittlich 1,5 Joule durchaus sehen lassen:




114,1 m/s

107,8 m/s

107,7 m/s

110,1 m/s

109,0 m/s


=1,51J (mit Propangas und 0,25er BBs)




Die Präzision ist ok, wenn auch nicht berauschend. Da kann man mit einem besseren Hop-Up sicherlich noch was machen - wenn der Umbau nur nicht so umständlich wäre. Vielleicht benötigt das G3 auch etwas um richtig "einzulaufen". Andererseits waren meine Trefferergebnisse 1988 auch nicht viel besser...



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Das naheliegenste Tuning ist natürlich der Umbau auf originale Schaftteile. Dazu haben wir schon erste Anleitungen im Thread:

VFC (Umarex) H&K G3 Die Diskussionsrunde


Und auch ein Bajonett, eher selten bei den Originalwaffen, aber durchaus vorhanden, kann mit einem Adapter befestigt werden:


Bilder Eurer Blankwaffen (Messer, Schwerter etc)


(Danke, Siegfried!)


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Die typische Zielfernrohrmontage passt nicht so ohne Weiteres, bei mir sitzt sie extrem schief. Mit etwas Nacharbeit könnte die aber passen.


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Dann sitzt unter dem Flashhider noch ein 14mm-Gewinde für Schalldämpfer, wenn man denn die ohnehin sehr lange Waffe noch weiter verlängern möchte.



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Die Idee für ein G3 hatten Thorsten von Sniper-AS und ich schon auf der IWA 2013 bei VFC vorgebracht, als es (nach der HK UMP) um Ideen für weitere Waffen ging. Damals war man da schon aufgeschlossen und wollte sich die Sache ansehen. Auch wenn ich nicht glaube, daß das aktuelle Produkt tatsächlich auf unseren Vorschlag zurückgeht, ist es doch schön zu sehen, daß es letztlich sogar von VFC umgesetzt wurde.


Für Sammler, ganz besonders die älteren, die das G3 noch selbst in Gebrauch hatten, ist die GBB von Umarex auf jeden Fall eine Bereicherung! Für Spieler, die ein Bundeswehr-Outfit zusammenstellen wollen (altes Oliv oder moderner "Designated Marksman") ist die GBB eine attraktive Alternative zum Elektro-G3 von LCT. Lediglich die Beschaffung von Ersatzmagazinen fällt hier ziemlich teuer aus, wenn man mal von den BW-üblichen 4 Magazinen ausgeht. Dafür hat man dann eine echte Ikone, die sich vom üblichen AR15-Gemisch abhebt.



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Die Entwicklungsgeschichte des G3 reicht bis zu den Mauserwerken im Jahre 1942 zurück, die, wie andere Hersteller jener Zeit, ein massentaugliches Sturmgewehr entwickeln sollten. Der ungewöhnliche Rollenverschluß, der technisch zu den Rückstoßladern gehört, wurde wegen einer generellen Ablehnung von angebohrten Läufen und damit Gasdruckverschlüssen in der Wehrmacht gewählt. Bis Kriegsende wurden aber nur wenige Prototypen gebaut, zu einer größeren Fertigung kam es nicht mehr.


Erst Anfang der 1950er konnten die Mauser-Ingenieure unter Ludwig Vorgrimler in Spanien bei der Firma CETME („Centro de Estudios Técnicos de Materiales Especiales“) ihr Werk vollenden. Zunächst für das hauseigene Kaliber 7,92 × 40 mm CETME gefertigt, wurde die Waffe ab 1956 auf das damals neue Standardkaliber 7,62 × 51 mm NATO umkonstruiert. Ab 1958 begann die Einführung des neuen Gewehrs als "G3" bei der Bundeswehr, als Ablösung des "G1" (FN FAL). Die Fertigung erfolgte in Lizenz bei Heckler & Koch in Oberndorf und begründete damit deren Aufstieg zu einem der weltweit erfolgreichsten Waffenproduzenten.


Interessanter Weise befinden sich die Patente der Waffe im Besitz der Bundesrepublik Deutschland, nicht bei H&K oder bei CETME. Daher wurden auch Lizenzen eher nach politischen und nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ins Ausland vergeben.




Das G3 blieb, in verschiedenen Modellvarianten, zunächst bis Ende der 90er Jahre im Einsatz bei der Bundeswehr, ab 1997 erfolgte dann die Ablösung durch das G36. Bei Einsätzen im Ausland kam aber immer wieder die Forderung nach einer stärkeren Präzisionswaffe auf und so wurden ausgesuchte Exemplare wieder ausgegeben. Und bis heute lagern noch einige hunderttausend Stück in den Beständen der Bundeswehr. Für den Ernstfall, auf den wir damals vorbereitet wurden, der zum Glück aber niemals kam.



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https://www.vegaforce.com/web/…3A3_GBB_ASIA_20181005.pdf


https://de.wikipedia.org/wiki/HK_G3


https://de.scribd.com/doc/1456…as-Gewehr-G3-Germany-1978