Review: Airsoft Innovations High Strength Propan Adapter Kit with Oil Pump

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Einleitung


Manchmal entdeckt man ja bei einem kurzen Blick auf die Neuheiten bei Sniper etwas völlig unerwartetes und unangekündigtes. So ging es mir mit dem AI Propan-Adapter. Solche Adapter gibt es schon lange, aber meist waren sie teuer und der Sinn, angesichts dutzender Sorten von Airsoft-Gas nicht immer zu durchschauen. Also ist es Zeit für einen Selbstversuch, Zeit für ein Review!



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Lieferumfang


Der AI-Adapter kommt in einer erstaunlich kleinen Schachtel daher, die schon mal mit einem gewissen Retro-Chic punkten kann. Auf jeden Fall ist das ein Hingucker! Die Schachtel ist auch kaum größer als zwei Packungen Zigaretten (für die, die noch "Zigaretten" kennen...). Nur die Warnhinweise sind unschön: "es gibt ein nicht unerhebliches Risiko für Verletzungen, Tod oder Sachschäden"... Uiuiuiuiui! Airsoft - ein Leben am Limit! #naughty#


Dafür ist der Inhalt umfangreich, mit dem eigentlichen Adapter, einer kleinen Flasche Silikonöl, einer Schutzkappe, einem zweiten Nozzle, als Ersatz oder Verlängerung, zwei Warnschildern für die Gasflasche, der Anleitung und in meinem Fall der Öllpumpe. Es gibt das Kit in zwei Varianten, ich teste hier die "Große".


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Anschluss finden


Also einfach den Adapter auf eine Propangasflasche geschraubt und... oh! Ein Blick auf die Webseiten der gängigen Baumärkte brachte keinen Treffer. Es gibt Schläuche und Regulatoren, aber maximal noch Campinggas mit 70% Butan und 30% Propan. Viel zu schwach für GBBs! Und auch der Anschluß der Gasflaschen passt so gar nicht zu dem Adapter...


Um das einmal aufzuklären: der Adapter nutzt einen amerikanischen Anschluß, der in Europa so nicht verwendet wird. Der amerikanische Anschluß hat ein 25mm-Gewinde (oder wohl eher 1 inch, 2.54mm) und nennt sich CGA600, der übliche europäische Anschluß für Campingkocher hört auf den Namen EN417.


Gut, es gibt Adapter, um amerikanische Geräte mit europäischen Gasflaschen zu verwenden, aber zum einen wird die Geschichte damit noch einmal teurer, zum anderen stellt sich die Frage, ob diese doppelte Verlängerung überhaupt funktioniert. Vielleicht teste ich das sogar mal... Angesichts der schwachen Gasmischungen ist das aber auch nur ein "proof-of-concept", keine wirkliche Lösung.


Was also tun? Auf einer geläufigen Handelsplattform habe ich dann doch noch eine Propangasflasche aus US-Produktion gefunden, die vom Hersteller "Bernzomatic" stammt und wohl irgendwie im Bootsbau verwendet wird. Mit 10 Euro plus Versand für 465g geht der Preis noch in Ordnung. Ich muß es noch genau ausrechnen, aber es dürfte in etwa drei oder vier herkömmlichen Greengas-Flaschen entsprechen. Nutzt man das häufig genug, macht sich auch der Adapter bezahlt. Allerdings verschickt der Anbieter, den ich gefunden habe, die Flaschen nur einzeln und in größeren zeitlichen Abständen pro Kunde.


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Verwendung


Aber nun geht es los! Zwei Tropfen Silikonöl in die Ventilöffnung des Gasflasche geträufelt und den AI-Adapter aufgeschraubt. Das war es schon! Fertig ist eine sehr große, aber voll funktionsfähige Propangasflasche für Airsoft-Magazine. Ein kurzer Check mit dem Manometer ergibt einen Innendruck von 9 bar, das sieht auch wirklich nach reinem Propan aus.


Das Nozzle aus Platik ist weich genug, um Einfüllventile nicht zu beschädigen, aber doch zäh genug, um auch bei festem Druck nicht zu brechen. Halbwegs dicht hält es auch, ein wenig Gasverlust gibt es aber immer. Und der hat es in sich!


Ich war ja schon vorgewarnt, aber reines Propan STINKT ERBÄRMLICH! So ungefähr wie Bahnhofstoilette nach drei Tagen mit 40°C... Dieses Zeug sollte man wirklich nur im Freien verwenden. Wenigstens überzeugten dann die Schußergebnisse. Ich habe zwei Waffen ausgewählt, die ich erst vor kurzem mit normalem Greengas ermittelt hatte. Die Viper XM177E2 und die Army Armament R31 (1911). Und tatsächlich liegen die Messungen etwa 10% über normalem Greengas. Das wäre jetzt nicht sonderlich beeindruckend, aber auch die Konstanz ist deutlich höher! Schwankungen der Stärke gibt es eigentlich kaum noch.


Vipertech XM177E2 (m/s mit 0,25g BBs): mit HK Greengas(m/s mit 0,25g BBs):
120,7 120,6 118,7 119,5 119,5 117,1 114,2 115,1 113,8 112,4
=> 1,79 J    => 1,64 J


Army Armament R31 (m/s mit 0,25g BBs): mit HK Greengas (m/s mit 0,25g BBs):
86,7 85,2 86,2 85,4 82,4 84,7 81,1 81,4 81,3 82,4
=> 0,91 J => 0,84 J



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Fazit


Lohnt sich der Airsoft Innovations GunGas Propane Adaptor preislich, als Alternative zu "teurem" Greengas? Für Amerikaner ganz sicher, für Europäer, speziell uns Deutsche, erst nach einer langen Zeit. Oder man hat einen günstigen Zugang zu amerikanischen Propangasflaschen, was in der Nähe von Stützpunkten der amerikanischen Streitkräfte (Pirmasens->Rammstein Airbase: 40km) durchaus gegeben sein kann. ;)


Viel spannender finde ich die maximal erreichbare Stärke mit "normalem" Gas ohne Beimischungen und vor allem die sehr hohe Konstanz. Für optimale Schußergebnisse ist die noch wichtiger als die Stärke! Hier eröffnen sich dem ambitionierten Spieler, aber auch dem Reviewer (*hust*) ganz neue Möglichkeiten.


Was ist nun mit der Ölpumpe, die noch gar nicht zur Sprache kam? Die ermöglicht es, bei aufgeschraubtem Adapter nach etwa 10 Magazinfüllungen etwas Silikonöl in den Adapter nachzufüllen. Alternativ schraubt man ihn einfach ab und tropft etwas Öl in den Flaschenhals. Wirklich notwendig ist die Pumpe also nicht. Ob das Befüllen per Pumpe materialschonender ist als ständiges Abschrauben, weiß ich auch nicht. Unter Umständen ist es sogar günstiger, das Silikonöl nur relativ selten einzufüllen und die meiste Zeit "trocken" zu spielen. Eine gut gepflegte Waffe kann auch mal einen Spieltag ohne Silikonöl im Gas überstehen.


Ich würde den Adapter daher als praktisch bezeichnen, und langfristig sogar als preisgünstig, wenn man sich vorab über Bezugsquellen für passende Propangasflaschen informiert hat. Dann spricht nichts gegen, aber so einiges für die Anschaffung!