Review from the past: GHK SU-74 GBB

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GHK - SU-74, GBB
Modell: SU-74
System: Gas Blowback, Hop Up einstellbar
Kaliber: 6mm BB
Max. Energie: ca. 1,8 Joule
Material: Kunststoff und Metallteile
Magazinkapazität: 50 Schuss
Gewicht: ca. 2800 g
Gesamtlänge: ca. 498 / 735 mm
Inner Barrel: ca. 247 mm
Preis: 329,00 €

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Einleitung

Als ich vor ein paar Jahren begonnen habe, mich ernsthaft mit dem Thema "Airsoft" zu beschäftigen, konnte ich eine Sache nicht ganz verstehen: wieso sind die gasbetriebenen "Classic Guns" so radikal vom Markt gedrängt worden?
Zugegeben, das AEG-Prinzip hat ein paar Vorteile. Leichte Akkus statt schwerer (externer) Gastanks. Konstante Leistung, statt Cooldown. Praktisch keine Temperaturabhängigkeit. Aber es gab auch Nachteile. Elektrisches Surren statt einem Schußgeräusch. Keinerlei "Feedback" im Schuß. Kein klarer Druckpunkt und eine leichte Verzögerung beim Auslösen. Trotzdem waren irgendwann fast alle GBB-Langwaffen vom Markt verschwunden und es gab, bis auf wenige Spring- und NBB-Waffen, nur noch AEGs. Ein paar Exoten gab es zwar noch, z.B. Shoei oder Escort, aber diese spielten im Markt keine Rolle mehr.

Bei den Pistolen konnten sich die Alternativen aber niemals durchsetzen, AEPs und NBBs blieben immer Randerscheinungen. Selbst bei den SMGs gab es irgendwann einen Gleichstand zwischen GBB- und AEP-Prinzip. So hätte es bis in alle Ewigkeit weitergehen können, hätte man sich bei Western Arms nicht eines Tages auf die "gute alte Zeit" zurückbesonnen. Warum nicht mal ein M4 mit realistischem Blowback bauen? Mit Gastanks in den Magazinen, um die schweren Preßluftflaschen zu vermeiden?

Der Markt für realitätsnahe Airsoftsysteme war da, das hatte Systema mit der PTW-Serie bewiesen. Nicht nur Behörden und Militärs verlangten danach, auch die professionellen Spieler hatten immer wieder danach verlangt. Und so begann das Revival der Gasguns.

Neben Herstellern wie WA oder WE, die komplett neue Waffen entwickeln, gab es lange Zeit aber auch Versuche, einen "Gearbox-Ersatz" mit Gasantrieb zu bauen. Die meisten dieser Versuche verschwanden aber im Nirwana, weil sie entweder zu teuer oder zu unzuverlässig waren. Bis die kleine Firma GHK mit einem radikal neuen Ansatz kam: die ohnehin schon realistischen Kalash/dBoys AEGs aus Stahl und Holz mit komplett neuen Internals zu versehen und so die realistischsten AKs im Airsoft-Bereich zu bauen.

Da ich selbst erst vor einigen Monaten eine Kalash AKSU gekauft habe, weil sie äußerlich die realistischste AK auf dem Markt ist, war ich von der Möglichkeit, nun auch die GBB-Variante zu testen, direkt begeistert! Um nicht zu sagen - hätte es damals die GHK schon in Deutschland gegeben, hätte ich mir diese gekauft. Denn eine AK aus Stahl und Holz, gepaart mit einer anständigen Schußleistung - besser geht es nicht!

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Lieferumfang

Der Lieferumfang ist zunächst einmal eine Überraschung. Leider keine besonders gute. Die Waffe kommt in einem schlichten braunen Karton ohne irgendwelche Beschriftungen oder gar Bilder. Allerdings erfüllt er seinen Zweck, die Waffe und das Magazin sind sicher verpackt und vor Beschädigungen geschützt. Aber damit ist der Lieferumfang auch schon komplett beschrieben! Ok, es gibt noch einen Flyer von GHK und ein billiger Speedloader, aber keinerlei Anleitung und auch nicht den Sling, der der Kalash-Serie immerhin beigelegt wird. Der, wie ich in meinem AEG-Review schon geschrieben habe, durchaus realistisch gefertigt ist. Eigentlich schade, solche Zugaben machen die Waffe erst wirklich komplett. Und ein Sling ist bei dem Gewicht schon sinnvoll.

Ich habe zusätzlich noch ein CO2-Magazin beigelegt bekommen, um mal die Unterschiede - und Gemeinsamkeiten - der beiden aufzeigen zu können.

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Erster Eindruck

Zunächst einmal fiel mir der viel schönere Handschutz vorne auf. War der bei der AEG noch aus einem einzigen Holzklotz gefräst, ist dieser nun aus Schichtholz gefertigt. Nach Aussage andere User zwar noch nicht in Originalqualität, aber schon wieder ein Stück näher dran! Und nachdem die Originalteile immer mehr vom Markt verschwinden - die echte AKSU wird nicht mehr gebaut - verschwinden auch die Alternativen so langsam.

Die übrige Waffe ist dagegen von außen unverändert, aus schwarz beschichtetem Stahl. Nicht besonders kratzempfindlich, aber auch nicht so robust wie eine harteloxierte Waffe. Auch das Gewicht von knapp unter drei Kilo hat sich nicht geändert. Aber es gibt auch nichts besseres, als eine Waffe aus Stahl und Holz. Wie schon in meinem Review der AEG-Version, bin ich noch immer begeistert, wie realistisch sich diese Waffe anfühlt!

Ob es sich nun um eine Veränderung oder nur um eine Ausnahme handelt - bei der GHK wackelt die Schulterstütze nicht mehr! Bei meiner AEG mußte ich hier noch mit etwas Panzerband nachhelfen, um einen strammen Sitz zu bekommen. Bei der GBB war das nicht mehr notwendig, die Schulterstütze rastet direkt fest ein.

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Die nächste Veränderung bemerkt man dann erst, wenn man die Waffe in der Hand hält. Der Pistolengriff hat, da ja kein Motor mehr untergebracht werden muß, endlich die Originalmaße und könnte sogar ein RS-Teil sein. Dann ist die Verarbeitung des Originals aber auch nicht besonders. Qualitativ gefiel mir der AEG-Griff da besser! Ein Makel ist das aber nicht, die Austauschgriffe für die AEG sind ebenfalls nicht besonders, meist aus extrem glattem, glänzendem Plastik. Immerhin kann man sich jederzeit RS-Griffe montieren, wenn man schönere findet.

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Technik

Beim Einsetzen des Magazins macht sich die fehlende Anleitung dann doch bemerkbar. Hier wäre wenigstens eine kurze englische Anleitung hilfreich gewesen. Denn eines muß man beachten: ein gefülltes Magazin sollte man nur einsetzen, wenn die Waffe gespannt ist! Also; entsichern, durchladen, sichern und dann erst das Magazin rein. Ansonsten kann es vorkommen, daß es sich mit einem lauten Zischen entlädt, wenn der Auslöserpin auf das Ventil drückt! Ein leeres Magazin läßt sich natürlich auch so gefahrlos einsetzen. Das ist mir zwar nicht jedesmal passiert, aber doch oft genug, um mich von der alternativen Art des Ladens zu überzeugen.

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Die Waffe verträgt sowohl CO2, wie auch Greengas. Die Handhabung ist in beiden Fällen etwas unterschiedlich. Zum Befüllen des GG-Magazins gibt es im Magazinboden eine Öffnung. Einfach die Flasche ansetzen und das Gas einströmen lassen. Fertig.
Beim CO2-Magazin muß man dagegen erst den Boden entfernen. Nun kommt ein Schraubverschluß zum Vorschein, der notfalls sogar mit einer Münze geöffnet werden kann. Ich empfehle aber einen ordentlichen Schraubenzieher, sonst geht beim Zudrehen zu viel Gas verloren! Einfach die CO2-Patrone in die Röhre stecken und zügig zudrehen. Man spürt den Punkt, wenn die Kapsel angestochen wird und sollte dann die Schraube schnell fest anziehen.

Die Magazine sind als MidCaps ausgeführt, was ein guter Kompromiß zwischen Realismus und Praxistauglichkeit ist. MilSim-Freaks füllen halt nur 30 Kugeln ein, der Rest bekommt 50 hinein. Hierzu macht der Speedloader wirklich Sinn, sonst wird es extrem fummelig!

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Beim direkten Vergleich mit dem AEG-Magazin fällt auf, daß die Zuführung ein ganzes Stück weiter vorne liegt. Daher ist bei der GHK auch ein anderes Hop-Up verbaut worden

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Wie sieht es nun mit der manchmal bemängelten Abnutzung und Bruchgefahr der Teile aus? Dazu sollte man bedenken, daß die im Ausland verwendeten Waffen häufig mit Vollauto geschossen werden und damit ein Vielfaches der Belastung aushalten müssen. Bei einer ersten Inspektion nach 150 Schuß sind mir jedenfalls keine Abnutzungsspuren aufgefallen. Da müssen wohl erst einmal 1000 Schu0 durch sein, bevor man etwas sieht.

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Das feldmäßige Zerlegen ist fast realistisch - den Gehäusedeckel aufklappen, die Federführungsstange nach vorne drücken und seitwärts drehen, dann kann die Stange samt Feder entnommen werden. Nun den Gummipuffer hinten herausziehen und dann den Verschlußträger nach hinten entnehmen. Fertig. Es ist fast erschrecken, wie wenig Teile in so einer GBB stecken.

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Schußtest

Die Magazine sind, wie nicht anders zu erwarten, zwar etwas unterschiedlich zu AEG-Magazinen. Die Kugelzuführung ist aber, AEG-typisch, nach oben, nicht wie bei GBBs nach vorne. Dadurch funktioniert auch der mitgelieferte Speedloader. Oder alle anderen AEG-Speedloader.

Die Chronymessung ergab im Schnitt 1 Joule mit Greengas und 1,3 Joule mit CO2. Dazu muß ich sagen, daß die beiden Magazine zum Zeitpunkt der Messung noch nicht optimal aufgewärmt waren. Außerdem ergab sich bei CO2 ein ziemlich starker Cooldown, der bis zu 15 m/s an Leistung kosten könnte. Hier ist die Semi-Only-Funktion in Deutschland fast schon ein Vorteil, da die Einzelschüsse den Cooldown verringern.

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Das Schußgeräusch ist kräftig und wird natürlich von einem metallischen *clank* begleitet! Besonders beim CO2-Magazin lärmt es doch ziemlich. Und die Waffe rappelt ordentlich in der Hand, wie man auch auf dem Video sehen kann. Aber genau deswegen kauft man ja eine GBB.
Etwas störend ist der nicht vorhandene Bolt-Catch. Man kann also, wie bei einer AEG, auch mit leerem Magazin noch weiterfeuern. Allerdings wäre ein Umbau auf Bolt-Catch auch gleich so kompliziert, daß die Verwendung von AEG-Gehäusen zwecks Kostenersparnis nichts mehr bringen würde.
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Der Verbrauch lag beim Greengas-Magazin bei etwa 50 Schuß mit einer Füllung. Dabei habe ich allerdings zügig etwa 2 Schuß pro Sekunde abgegeben. Unter realistischen Bedingungen werden es wohl ein paar Schuß mehr sein. Aber wenn die 50 Kugeln komplett verschoßen werden können, ist das völlig ausreichend. Und es reduziert gleichzeitig die Gefahr von Leerschüssen. Ist kein Gas mehr im Magazin, dürften auch die BBs verbraucht sein.

Das Trefferbild war nicht besonders, allerdings habe ich auch noch nicht die ideale Munition gefunden. Wie bei vielen GBBs, ist auch die AKSU etwas munitionsfühlig.

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Tuning

So unglaublich das klingen mag, aber auch für eine solche Custom-Waffe gibt es wiederum Tuningteile. Insbesondere Internals aus Stahl oder Aluminium, die die Teile aus Zinkdruckguss ersetzen sollen. Da es vereinzelt wohl schon zu Beschädigungen der Originalteile gekommen ist, mag man das als sinnvoll erachten. Es gibt im Internet aber auch günstigere Lösungen zu finden, in denen zum Beispiel gezeigt wird, wie ein Gummipuffer die Metallteile mechanisch entlastet. Solche Lösungen kosten nur wenige Cent im Baumarkt. Die Stahlteile sind dagegen ziemlich teuer und erhöhen den Preis der Waffe nochmals.

Der Einbau dieser Teile ist in Deutschland problemlos möglich, da die Leistung nicht verändert wird. Aufpassen muß man nur mit einer neuen Abzugsgruppe, falls diese Vollauto ermöglicht! In diesem Kontext sei auch noch einmal erwähnt, daß ein Umbau auf Vollauto bei Spielen im Ausland nicht ganz so einfach zu machen ist, wie das bei AEGs geht.

Persönlich würde ich noch einen Tuningbarrel empfehlen, wenn man nicht gerade eine gut abgestimmte Munitionssorte für den eingebauten Barrel findet.

An äußeren Tuningteilen hat man die freie Wahl bei den ohnehin zahlreich vorhandenen Angeboten für die AEG-Serie. Dank seitlicher Montage passen die üblichen Visierungen für die AKSU. Aber Vorsicht, die Dragunov-Zielfernrohre passen nicht! Mal vom optischen Fauxpas ganz abgesehen...
Die Montageschiene meiner GHK hat übrigens leicht geänderte Abmessungen zur AEG-Version. Ob die Toleranzen so groß sind oder ein neues Teil verbaut wurde, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall saß die Montage, die an der AEG wunderbar paßt, hier zu locker. Aber praktisch alle AK-Montagen lassen sich nachjustieren, daher ist auch das kein wirkliches Problem.

Die Preise für Ersatzmagazine liegen mit unter 50,- (GG) bzw. unter 60,- (Co2) Euro noch im erträglichen Bereich. Angesichts der verbauten Technik ist der Preis gerechtfertigt. So billig wie bei AEG-Magazinen geht es hier halt nicht...

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Fazit

Wie läßt sich nun so eine Waffe einordnen? Für eine klassische SMG ist sie zu groß und zu schwer, für ein Sturmgewehr zu ungenau (jedenfalls bei meinen Tests). Auf jeden Fall handelt es sich um eine Waffe für kurze bis mittlere Entfernungen. Mit den Greengas-Magazin ist sie ideal für's CQB, da die Stärke in etwa gleich auf mit einer guten GBB-Pistole liegt. Mit dem CO2-Magazin ist dann auch ein Einsatz im Freien kein Problem, eine etwas bessere Trefferquote vorausgesetzt.

In unmittelbarer Nähe dürfte auch der "Fear Factor" dieser Waffe am größten sein. Das Krachen der Gasladung und das metallische Geräusch des Verschlußträgers dürften so manchem Gegner den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Im Vergleich zum Surren von AEGs ist das ein ganz anderes Kaliber!

Natürlich gibt es auch hier die üblichen Probleme von GBBs, wie Cooldown und teurere Magazine. Aber wenigstens haben wir wieder diese Alternative! Für mich ist jedenfalls klar - die Gasguns sind zurück!

Ich bin jetzt gespannt, wie sich die neuen AK74 und AKS74 von GHK schlagen werden. Diese haben durch den längeren Lauf noch etwas mehr Kraft und Reichweite. Und sind damit den meisten Stock-AEGs überlegen! Und damit hätte GHK die momentan schönste AK-Serie auf dem Markt, was Realismus und Spaß angeht! Ich kann die AKSU jedenfalls nur empfehlen! Wer einmal mit so einer Waffe geschossen hat, will von AEGs nichts mehr wissen!


Links

https://www.ghkairsoft.com
https://www.youtube.com/watch?v=s6JS4G_cnxM
https://www.arniesairsoft.co.u…ndex.php?showtopic=156592
https://airsoft-news.eu/e107_p…t/content.php?content.135

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